Bahnhof des Jahres

»Die Siegerkür ist beendet, die Jury hat ihr Urteil einstimmig gefällt: Darmstadt und Baden-Baden bekommen den Titel „Bahnhof des Jahres 2010“. Zum siebten Mal in Folge zeichnet die Allianz pro Schiene die kundenfreundlichsten Bahnhöfe Deutschlands aus.« mehr…

Halle des Bahnhofs Darmstadt  -  Quelle (C): Allianz pro Schiene / Gerd Kittel

Ich lehne mich da jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte, dass die Verleihung dieses Preises an den Würzburger Bahnhof nicht unmittelbar bevorsteht. :wink:

next step – google home view?

fragte ich mich (O-Ton Würzburch: »was mechtn der, derf der des?«), als mir gerade eben dieser freundliche Helipilot ins Bürofenster linste.

heli über würzburg

Also, geschwind das Kennzeichen gegoogelt, Eigentümer angerufen und um Aufklärung gebeten. Die Lösung ist, dass der Heli und seine Crew seit ein paar Stunden die Sendeleistung, Feldstärke etc. des neuen Funkturms in alle Richtungen vermessen. Das Kind in mir und ich als Ingenieur, wir beide also, können dem Treiben jedenfalls stundenlang zuschauen. G’schafft kriech mer so natürlich nix.

QR-Code Fassade aus den 50ern

Bild: Matthias Braun

Neulich in Würzburg entdeckt: Eine QR-Code (Quick Response Code) Fassade aus den 50er Jahren - Fein säuberlich an die Wand gefliest und damit mit jedem  QR fähigen Handy einzulesen. Da soll doch noch einmal jemand wagen zu behaupten, die 50er wären spießig und kleinbürgerlich gewesen. Im sonst so fortschrittlichen Japan sind Architekten erst jetzt auf den Trichter gekommen, die Fassade des N Buildings (Shopping Center in Tokio) als interaktiven QR-Code auszubilden. Schnee von Gestern!

Mehr dazu:

>QR-Code

>N Building Tokio

New Kids on the Blog

Seit dem 10. August unterhält die Zeitschrift Baumeister ein eigenes Blog und auch bei Facebook ist das Architekturmagazin, das es übrigens seit 1902 gibt, nun präsent. Warum? »Damit wird die lange Durststrecke zwischen den Monatsheften verkürzt. Dass wir täglich Tagebuch führen, wird wohl nicht gelingen, wenn die Beiträge einen gewissen Informationswert besitzen und nicht bloß die Reisebewegungen der Redakteure oder die aktuellen Außentemperaturen mitteilen sollen.«, so steht es im ersten Beitrag geschrieben. Das hört sich doch viel versprechend an. Baumeister-Chefredakteur Wolfgang Bachmann war ja erst vor kurzem in Würzburg im Rahmen der Architekturwoche A5 als Diskussionsleiter auf der schwimmenden Bühne des Hafensommers zu sehen (LP10 berichtete).

Hier die relevanten Links:

>Baumeister Blog

>Baumeister bei Facebook

>Baumeister Website

Tiger am Berliner Hauptbahnhof gesichtet!

Fotos: (c) WWF

Die Origami-Tiger von LAVA (Laboratory for Visionary Architecture) sind am Berliner Hauptbahnhof eingetroffen. Vom 10. – 30. August sind die Raubkatzen in Berlin zu sehen, bevor die Reise weitergeht. Mit der Aktion will der World Wide Fund For Nature (WWF) auf die problematische Situation der Tiger in Asien aufmerksam machen (LP10 berichtete).

News zum italienischen Pavillon bei der Biennale 2010

Wer bezüglich des italienischen Pavillons bei der 12. Architektur Biennale in Venedig auf dem Laufenden gehalten werden will, der sollte sich mal die Internetseite YMAG anschauen. Hier gibt`s alle Neuigkeiten zum italienischen Beitrag »AILATI. Reflections from the future« des Kurators Luca Molinari.

(Übrigens: AILATI = ITALIA rückwärts, bzw. spiegelverkehrt, falls sich jemand über das Motto gewundert hat)

>YMAG

>Der italienische Pavillon

Architektur für Tiger

Die Origami-Tiger in Sydney, Foto (c) LAVA

Traurig aber wahr: Wir befinden uns nach dem chinesischen Kalender seit Februar 2010 im »Jahr des Tigers«, doch um das Wohl der stolzen Großkatze ist es nach Angaben des World Wide Fund For Nature (WWF) sehr schlecht bestellt. Nur noch rund 3200 Tiger leben in Asien in freier Wildbahn und wenn die aktuelle Entwicklung (Jagd und Zerstörung des Lebensraums) so weitergeht, könnte das nächste Jahr des Tigers im Jahr 2022 zu einem Trauerjahr werden.

Das dachten sich auch Chris Bosse, Tobias Wallisser und Alexander Rieck – das Team des Architekturbüros LAVA (Laboratory for Visionary Architecture) – und entwickelten in Zusammenarbeit mit Jennifer Kwok vom Customs House Sydney das Projekt »Origami Tiger«. Zwei Tigerskulpturen aus Aluminium und Barrisol-Membran werden auf die Reise durch die Metropolen der Welt wie Sydney, Kuala Lumpur, Singapur und Berlin geschickt, um die Öffentlichkeit auf das drohende Aussterben der Tiger aufmerksam zu machen. Die sieben Meter langen und rund zweieinhalb Meter hohen Skulpturen sind mit LED-Dioden bestückt, deren pulsierendes Licht die Tiger nachts zum Leben erweckt. Ab 10. August ist das Tigerpärchen in Berlin zu sehen.

Wer sich umfassender über die Architektur von LAVA und die aktuelle Kampagne des WWF zum Schutz der Tiger (»Tigerland«) informieren will, dem empfiehlt LP10 folgende Links:

>LAVA (Laboratory for Visionary Architecture)

>World Wide Fund For Nature (WWF)

>Aktion »Tigerland«

P.S.: Übrigens hat Tobias Walliser auch schon im Rahmen des LP10-Vortragsprogramms in Würzburg referiert. Damals war er allerdings noch für UN Studio tätig

»Zurück zum Gefühl« – Der deutsche Beitrag zur Biennale

High-Tech, Wärmedurchgangskoeffizient, A/V-Verhältnis, Wirtschaftlichkeit, DIN-Norm, Fotorealismus-Rendering auf Glossy-Paper…sind passé. Genug der Technokratie! »Mythos statt Logos« – so könnte man die Kehrtwende bezeichnen, wenn man das Thema des diesjährigen deutschen Beitrags zur 12. Internationalen Architekturausstellung Biennale Venedig (29. August bis 21. November) betrachtet: „SEHNSUCHT“ – Ein Porträt der Sensibilität zeitgenössischer Architektur.

Das wird schon deutlich, wenn man die Visualisierungen für den Deutschen Pavillon sieht: Der goldene Eingangsvorhang, das Zimmer mit Aussicht, das Spiegelkabinett – Bilder, die Gefühle beim Betrachter auslösen sollen. Nach der rationalen Überdosis der vergangenen Jahre sehnt man sich wieder nach dem Ursprünglichen, nach dem, was hinter allem steht, nach Emotion und Sinnlichkeit. Aspekte, die in Architekturdebatten und im Architekturverständnis zuletzt immer mehr unterzugehen schienen oder vernachlässigt wurden. Insofern ist der Ansatz, den die Generalkommissare Cordula Rau, Eberhard Tröger, und Ole W. Fischer / Die Walverwandtschaften München Zürich Boston liefern, sehr wohltuend.

Architektur muss natürlich grundsätzlich erst einmal funktionieren, dienen und rational sein. Aber in ihrer Allgegenwärtigkeit löst Architektur natürlich immer auch Emotionen aus, schließlich leben ja in und um diese »Hüllen« Menschen. Und auch beim Entwurfsprozess ist (sollte) das Gefühl neben der Ratio eine Antriebsfeder (sein). So ist es dann auch nachzuvollziehen, dass der Pavillon nicht mit Plänen und Renderings zugeballert ist, sondern 180 internationale Architekten und Kulturschaffende dazu aufgerufen wurden, ihre architektonischen Sehnsüchte skizzenhaft zum Ausdruck zu bringen. Der Raum selbst wird als Ort der Begegnung, der Inspiration und des Austausches für Menschen betrachtet und mit Vorträgen, Gesprächen und Musikaufführungen bespielt. Bleibt abzuwarten, wie das Konzept von den Besuchern angenommen wird.

mehr zum Thema:

>http://www.sehnsucht-biennale.de

>http://www.walverwandtschaften.de

>http://www.labiennale.org/en/architecture/

Internationaler Architektur Workshop Würzburg – Halbzeit

im Bild: Das ehemalige Sudhaus

Halbzeit beim 8. Internationalen Architektur Workshop auf dem Gelände des ehemaligen Bürgerbräu-Areals in Würzburg. Am vergangenen Freitag wurden erste Analysen, Ideen, Leitbilder und Visionen in einer Zwischenpräsentation von den einzelnen Arbeitsgruppen vorgestellt.

Heute gibt es eine Gastkritik von Prof. Arno Lederer (Büro Lederer + Ragnarsdóttir + Oei, Stuttgart), der heute Abend auch einen Vortrag in der Reihe »Architektur Plus« mit dem Titel »Eigentlich eine Kleinigkeit« im CinemaxX Würzburg, Veitshöchheimer Str. 5 halten wird. Beginn ist um 19.00 Uhr, es gibt ein musikalisches und kulinarisches Begleitprogramm (Musik: music project eighteen Rock / Jazz Improvisationen, Catering: CinemaxX Restaurant am Alten Hafen). Eintritt kostet »schlappe« 28 Euro, ermäßigt für AIV-Mitglieder und Studenten 23 Euro. Übrigens hat das Büro Lederer + Ragnarsdóttir + Oei auch hier in der Nähe in Ochsenfurt einen Wettbewerb für das Pfarrzentrum in Ochsenfurt gewonnen, so dass man sich demnächst selbst einen Eindruck vom Architekturverständnis des Büros am gebauten Objekt verschaffen kann. Das aber nur am Rande.

Nun zurück zum Workshop: In der zweiten Woche steht nun die Ausarbeitung der Ideen an. Die Ergebnisse werden dann am Freitag, den 30. Juli, bei der Endpräsentation gezeigt. Für alle diejenigen, die sich nicht »trauen« mal vor Ort vorbeizuschauen, findet vom 02.08 – 13.08. eine Ausstellung aller Arbeiten im Oberen Foyer des Rathauses statt.

Updating Würzburg

Heute Abend findet die Abschlussveranstaltung der 5. Architekturwoche des BDA (Bund Deutscher Architekten) in Würzburg statt. Thema des  heutigen Abends ist UMBRUCH: Architektur-Upgrade. Schauplatz ist das Areal des Alten Hafens Würzburg, das sukzessive zu einer Kulturmeile ausgebaut werden soll. Mit Kulturspeicher und Cinemaxx ist der Anfang gemacht, die Frankenhalle auf der gegenüberliegenden Seite der Veitshöchheimer Straße soll in eine multifunktionale Veranstaltungshalle umgeplant werden. Seit vier Jahren findet das einzigartige Musik- und Kulturfestival »Hafensommer« auf der der großen Freitreppe des umgebauten Heizkraftwerks mit einer schwimmenden Bühne im Hafenbecken statt (Beginn des Hafensommers 23. Juli!). Es passiert also was. Die Stadt verändert sich. Und genau das ist auch das Thema der Veranstaltung, die folgenden Ablauf hat:

PODIUMSDISKUSSION
17.00 – 18.30 Uhr Frankenhalle, Zugang Scanzonistraße
18.30 – 20.00 Uhr Treppe/Schwimmbühne Alter Hafen
20.00 – 22.00 Uhr Treppe/Schwimmbühne Alter Hafen

UMBRUCH:
Architektur-Upgrade:

Nur eine sich verändernde Stadt lebt. Hier wird gelebt, gearbeitet, gefeiert.
Wie meistert die gemauerte Stadt die sich ständig ändernde Gesellschaft?
Änderungen werden im besten Sinne demokratisch-kritisch begleitet:

  • Größe, Proportion, Wirkung: Ist dies verhandelbar?
  • Energie, Ökologie, Ökonomie: Was bedeutet dies im Weiterbauen der Stadt?
  • Abbruch.Umbruch.Aufbruch: Sind dies die Jahreszeiten von Stadt?

Die historische Frankenhalle wird zurzeit in eine multifunktionale Veranstaltungshalle umgeplant. Die bestehende Atmosphäre kann bei einer Exkursion in dem seit Jahrzehnten ruhenden Ort erfahren werden. Anschließend wird auf der Schwimmbühne des Hafensommers über Tendenzen in der Stadtentwicklung diskutiert. Danach endet die A5 mit einem Fest auf der Hafentreppe.

Podiumsdiskussion mit:

  • Dr. Wolfgang Bachmann, Chefredakteur Baumeister, München
  • Prof. Gerhard Matzig, Architekturkritiker, Süddeutsche Zeitung, München
  • Christian Baumgart, Stadtbaurat, Würzburg
  • Muchtar Al Ghusain, Kulturreferent, Würzburg
  • Prof. Friedrich von Borries, Architekt/Stadttheoretiker, Forschung, Gestaltung und gesellschaftliche Entwicklung, Hamburg
  • Herr Dipl.-Ing. Rainer Kriebel, Würzburg

Musik: kwmusic
www.kwmusic.de