Strabalinie 6 vs. Residenz Würzburg

Weltkulturerbe Museumsinsel Berlin   Bild: Klaus Jähne (Kjunix)

Kaum steht eine Veränderung in Würzburg vor der Tür und schon klopfen die »Bedenkenträger« wieder an. Diesmal meldet sich der bislang weniger bekannte Verein »Freunde der Würzburger Residenz« zur geplanten Straßenbahnlinie 6 im direkten Umfeld seines »Vereinsmittelpunktes« zu Wort. Schwere Bedenken werden da geäußert: Öffentlicher Nahverkehr auf Schienen und Weltkulturerbe: So was macht man nicht! Das geht nicht! Das darf man nicht! Das hat`s ja noch nie gegeben…

Falsch meine Freunde, vielleicht noch nicht in Würzburg, aber sehr wohl in anderen Städten! Werfen wir doch mal einen Blick auf Berlin:

Hier rauschen Stadtbahn und IC(E)s mitten durch die Museumsinsel, ebenfalls Weltkulturerbe der UNESCO. Und? Keinen stört`s großartig. Es ist nun mal wesentliches Kennzeichen einer Stadt, dass dort auch Menschen leben (wollen), die von Punkt A nach Punkt B gelangen müssen und das am besten und umweltverträglichsten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine Stadt ist nämlich kein totes Freilichtmuseum, wie es manche »Vereinigungen« gerne hätten, sondern eine verdichtete lebendige menschliche Siedlungsform. 

Abgesehen davon, dass die Straßenbahn bereits in früheren Zeiten die Bannmeile der Würzburger Residenz durch das Oegg-Tor durchkreuzte, frage ich mich, warum sich dieser Verein eigentlich nicht an den 336 Parkplätzen vor der Barock-Ikone stört. Meiner Ansicht nach verschandelt die parkende Blechlawine auf dem Residenzplatz die Gesamtsituation wesentlich mehr als eine vorbeifahrende Straßenbahn. Auch der Fassade der Residenz würde es gut tun, wenn sie dank Straßenbahn mit etwas weniger Autoabgasen eingeräuchert werden würde. Aber es geht wieder einmal darum, erst mal dagegen zu sein.

Ich find`s jedenfalls cool mit dem ICE über die Museumsinsel nach Berlin einzufahren, das hat was. Das ist Stadt! Also mal locker machen, Würzburg…Straßenbahn und Weltkulturerbe – es geht auch miteinander!

3 Kommentare zu “Strabalinie 6 vs. Residenz Würzburg”


  1. 1 ferdi

    Hier geht das auch.! Straßenbahn (& die Zukunft unserer Kinder).
    »… Andreas Goetzmann, amtierender Baudezernent von Potsdam, erklärt, dass in seiner Stadt … sogar Straßenbahn durch das Weltkulturerbe (Potsdam) fahren…«

  2. 2 Schneider Siegbert

    Welche Kinder ??? Ferdi – Studenten wird es geben, aber die brauchen die Straßenbahn nicht, denen sind die Schnellbusse lieber. Wer zahlt den die kosten auf Dauer ?? Die Frauenländer und Sieboldshöher müßen in Busse umsteigen. Es wird kein Neubaugebiet Leigthon geben! Fragt mal nach warum hier die LGS kommen sollte. Wo bleiben die älteren Menschen, die Radfahrer usw. in dennPlanungen. Es gibt einen Zuschuß- Würzburg muß bauen – wer zahlt den Rest?? 18 Milionen jetzt schon an die Verkehrsbetriebe. Dies ist der jährliche Zuschuß von Mutter WVV. Was kommt noch wenn die Leasback Geschäfte auch noch platzen?? Und Potsdam nun dort wurde alles neu aufgebaut und die Straßenbahnschienen usw. waren schon da. Würzburg braucht die Nordostströmung über das Hubland in den Ringpark – nur so wsind wir von Dunsthauben verschont. Fragt einfach mal gezielt nach und ihr alle werdet sehen, die Lnie 6 Strab ist für die Katz.

  3. 3 Thorsten

    In Würzburg wird nur geplant, irgendwann hört man nichts mehr davon und dann ist die Sache vom Tisch. Irgendwann wird dann wieder ein Thema angefangen, um dem Bürger den Eindruck zu vermitteln: Würzburs sei zukunftsfähig. Würzburg ist und bleibt eine Provinz, die anderen Städten schon längst hinterher hinkt. Bestes Beispiel: Der Hauptbahnhof Würzburg! Ein Schandfleck, nicht behindertengerecht, hässlich und nicht schön anzusehen. Oder unser Hotel-Turm in der Schweinfurter Straße. Man plante ein riesen Hotel in unserer Stadt, doch dann ging das Geld der Investoren aus.

  1. 1 Die neue Linie 6 bei lp10
    Pingback am 9. Mai 2009 um 19:30

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