Monthly Archive for September 2009

LP10 Treffen im Oktober

Am Donnerstag, den 01.10.2009, findet wieder unser monatliches LP10 Meeting statt. Wir treffen uns um 19.30 Uhr im Standard. Über neue »Gäste« würden wir uns sehr freuen. Dass es uns nicht nur um Architektur, sondern auch um Stadtentwicklung und Kultur geht, zeigt unten stehender Artikel. Wer also interessiert ist – einfach vorbeikommen!

Ein »kleines Plädoyer« für eine »kleine Kulturinstitution«

Montage: Matthias Braun

Ein »kleines Plädoyer« für eine »kleine Kulturinstitution«

Auferstanden ist durch den Abriss des Gebäudes in der Karmelitenstraße und den einhergehenden Grabungsarbeiten ein Stück Würzburger Kultur aus der Stauferzeit, was einige Archäologen und Kunsthistoriker erfreuen wird -  verschwunden ist dabei leider auch ein Stück Würzburger Kultur der Gegenwart: der Propeller. Und das macht Würzburg um einiges trister. 

Leider verzögert sich die Neueröffnung des Kultladens an anderer Stelle, woran straffe Auflagen der Stadt wohl nicht ganz unschuldig zu sein scheinen. Dabei stünde es einer Stadt wie Würzburg ganz gut zu Gesicht auch die junge Kultur, manche mögen es »Subkultur« nennen, zu fördern, statt ihr Steine in den Weg zu legen. Gerade in einer Zeit, in der endlose Debatten über die »Provinzialität« oder das »Weltniveau« Würzburgs geführt werden. Reicht es noch nicht, dass das Autonome Kulturzentrum geschlossen ist oder dass das letzte Programmkino (Corso) bald von der Bildfläche verschwinden wird? Würzburg wirbt damit eine lebendige Universitäts- und Studentenstadt zu sein. Doch das Angebot für die Studierenden (und nicht nur für diese!) an alternativen Clubs oder Kultureinrichtungen ist eher begrenzt, außer man ist Anhänger der fränkischen »Weinfestlekultur«. Da wird es mit den Auflagen nicht ganz so eng gesehen, so erweckt es man manchmal den Eindruck.

Jetzt kann man natürlich trefflich darüber streiten, ob es nicht etwas zu hoch gegriffen ist, den Propeller als »kleine Kulturinstitution« zu bezeichnen. Ich wage zu behaupten: Nein. Natürlich war der Propeller in erster Linie eine Kneipe oder Club. Aber er war auch mehr. Der minimalistische »Low Budget« Style war einzigartig und paßte sogar nicht in das »Provinzstädtchen«. Die Wände waren von nicht unbekannten Graffiti-Künstlern verziert. Neben guten DJs, die im Propeller auflegten, gab es auch eine Konzertreihe, in der sich regionale und überregionale Künstler präsentieren konnten. Während des Hafensommers 2008 stellte der Laden eine gern genutzte Anlaufstelle für die weit gereisten Künstler nach ihren Konzerten dar, die im Propeller die für Würzburg ungewöhnlich lockere Atmosphäre genossen. Und nicht zu vergessen, der bunte Besuchermix: Schülern, Studenten, Musiker, Angestellte, Grafiker, Azubis, Ärzte, Rechtsanwälte, Handwerker, Künstler, normale Leute, einige wenige gestörte Leute, Architekten…und, und, und, waren in allen Altersklassen vertreten. Wenn das nicht Kultur und Vielfalt ist, die heutzutage aller Ortens gepredigt wird, was bitte dann?

Auferstanden aus Ruinen? Ist Würzburg zum Glück! Und der Zukunft zugewandt? Da habe ich, wie das »kleine« Beispiel der »kleinen Kulturinstitution« zeigt, so manchmal meine Zweifel.

P.S.: Es soll bitte nicht der Eindruck entstehen, dass eine besondere Affinität zur Nationalhymne der ehemaligen DDR oder deren Ideologie besteht. Die beiden Textzeilen boten sich lediglich besonders gut als Aufhänger für diesen Artikel an.

Fernsehtipp auf Arte: Baukunst – Die neue Staffel

Seit dem 6. September bis zum 6. Dezember strahlt Arte eine Dokufilmreihe immer Sonntags zu unterschiedlichen Uhrzeiten aus. Die nächsten Themen sind:

• 27.09. 2009: Der deutsche Barcelona-Pavillon (Erstausstrahlung)
• 4.10. 2009: Die Sendai-Mediathek von Toyo Ito
• 11.10. 2009: Das SAS Royal Hotel (Erstausstrahlung)
• 25.10. 2009: Roissy 1 (Erstausstrahlung)
• 8.10. 2009: Die Moschee von Isfahan (Erstausstrahlung)
• 15.11. 2009: Das Schloss von Maisons-Lafitte (Erstausstrahlung)
• 29.11. 2009: Der Kongresspalast in Rom
• 06.12. 2009: Die Philharmonie Luxemburg (Erstausstrahlung)

konstantmodern

... ist der Titel einer Ausstellung die vom 25.09.2009 bis 30.10.2009 in der der Bayerischen Architektenkammer in München zu sehen sein wird. Als »Fünf Positionen zur Architektur« werden Projekte von Atelier 5, Gerhard Garstenauer, Johann Georg Gsteu, Rudolf Wäger und Werner Wirsing präsentiert. Mit Bauten die zwischen 1955 und 2010 errichtet wurden und werden, wird damit ein halbes Jhrhundert Architekturgeschichte dargestellt und Werke der Büros aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beleuchtet, die sich trotz Ihrer unterschiedlichen architektonischen Positionen alle durch eine Gemeinsamkeit auszeichnen: ihre konstant moderne Haltung, die sich nicht nur in den einzelnen Architekturprojekten ausdrückt, sondern vor allem in den dahinter liegenden »ethischen« Einstellungen.

So realisier(t)en die beleuchteten Büros nicht nur faszinierende Bauten, deren räumliche und konzeptionelle Qualitäten eine architektonische Zeitlosigkeit besitzen, sondern sie haben sich über ihre Profession hinaus immer auch für gesellschaftliche, soziale und für scheinbar »nichtarchitektonische« Themen engagiert. Mit  Engagement gegen den herrschenden Zeitgeist und  gedankenlos übernommene Traditionen, entwickel(te)n Sie grundlegende Gedanken der Moderne laufend weiter und versuch(t)en im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Entstehungsbedingungen von Architektur und darüber hinaus auch gesellschaftliche Verhältnisse und damit das Lebensumfeld von Menschen »neu« und nachhaltig zu gestalten.

Sollte also jemand demnächst nach München kommen lohnt sich vielleicht nicht nur ein Besuch des Oktoberfestes …

Via architekten 24.de – ausführlicher gibt es das ganze hier.

LP10 bei »a palaver« in Wien

Matthias Braun, David Pasek und Manfred Ring vor dem Szenelokal »Hermi« im angesagten 20. Bezirk

Foto: Yvonne

LP10 zu Gast in Wien – Interview für die Architekturradiosendung »a palaver«

Wien (mb) Die LeistungsphaseZehn hat wieder einmal keine Kosten und Mühen gescheut und die weite Reise nach Wien unternommen, um für »a palaver« von der Würzburger Architekturszene zu berichten. Die Sendung gibt es seit 2002 und wird auf Radio Orange, einem freien Wiener Radiosender, ausgestrahlt. Die Macher sind Bernhard Frodl und David Pasek, der mit uns in lockerer Atmosphäre im Summerstage am Donaukanal über Architektur und LP10 plauderte. Patentverdächtig ist der selbstentwickelte Mikrofondrehteller, mit dem uns David überraschte (Foto bitte!). Der Sendetermin steht noch nicht fest, wird aber hier noch rechtzeitig bekanntgegeben. Alle Sendungen von a palaver kann man auch als Stream oder mp3 auf der Website nachhören.

Mehr zu a palaver:

> a palaver architekturradio

> a palaver on facebook

> radio orange

Mehr zu David Pasek:

> office pasek and friends

Vielen Dank an David für das nette Treffen und viel Erfolg noch für a palaver!

P.S.: Bilder von der Wien-Tour gibt es demnächst auf der LP10-Fanpage bei Facebook

Urbane Landwirtschaft

Sehen so unsere zukünftigen städtischen Mitbewohner aus?

Zeichnung: Matthias Braun

LP10 hat den Trend ja schon lang erkannt: Ob die visionäre Umnutzung des halb fertigen Hotelturms in Würzburg zum vertikalen Stadtbauernhof – vorgestellt im LP10-Film – oder die Konvertierung von städtischen Brachflächen im Neuen Hafen zu Weideflächen für Nutztiere. Anfangs belächelt wird dieses Thema in letzter Zeit immer häufiger diskutiert. Und zwar ernsthaft. 

So auch in Weißenfels an der Saale. Ich habe die Stadt persönlich während eines Kolloquiums für einen Fassadenwettbewerb kennen gelernt, der im Rahmen des IBA Stadtumbaus 2010 stattfand. Und das Bild, das die Stadt abgab war erschreckend. Leerstand und Brachflächen ohne Ende. Ein Problem mit dem viele Städte vergleichbarer Größe im Osten zu kämpfen haben und für das ganz neue Lösungsansätze gefunden werden müssen.

So haben sich die beiden Architekturabsolventen Moritz Ahlert und Robert-Christian Friebe von der Universität der Künste in Berlin, Gedanken zu diesem Thema gemacht und sehen als eine Strategie die Einführung einer urbanen Landwirtschaft an.

WSF2050 – Stadtvision Weißenfels – Urbane Landwirtschaft

»Unter dem Leitbild der Urbanen Landwirtschaft bündeln die beiden Architekturabsolventen Moritz Ahlert und Robert-Christian Friebe Universität der Künste Berlin vorhandene Potentiale zu einem Handlungsansatz, der insbesondere die Weißenfelser Kernstadt zu einem attraktiven Lebensraum umgestaltet. Die Zukunftsvision beinhaltet eine Verdichtung des Stadtbildes durch landwirtschaftliche Nutzung städtischer Brachen sowie die Stärkung des Weißenfelser Images als »Gründe Stadt an der Saale«. Ein Gebäudeentwurf am Saaleufer führt alle Aspekte architektonisch zusammen.«

Das ganze ist in einer Ausstellung mit Rahmenprogramm vom 14.09.2009 bis 10.10.2009 in der Burgstraße 1 in Weißenfels zu sehen.

mehr zum Thema:

> http://wsf2050.blogsport.de/

Baukunst auf Arte

Vom 6. September bis zum 6. Dezember strahlt ARTE eine neue Staffel von Dokumentationen aus der Reihenfolge »Baukunst« mit vielen Erstausstrahlungen.

Den Anfang macht Stararchitektin Zaha Hadid mit dem »Phaeno« Wissenschaftszentrum in Wolfsburg.

www.arte.tv/de/Kultur-entdecken/Baukunst/Alle-Sendungen/2810598.html

ETH Zürich Vortragsreihe

Wen es in den nächsten Monaten mal zufällig nach Zürich verschlägt, der hat die Möglichkeit, eine Reihe von sehr interessanten Vorträgen an der ETH Zürich zu verfolgen. 

»Bauten/bauen – Architekturlabor Schweiz spürt aktuelle Tendenzen in der Schweizer Architektur auf. Es kommen zeitgenössische Positionen zur Sprache, um darauf aufbauend eine Prognose künftiger architektonischer Entwicklungen zu wagen – auch über die Landesgrenzen hinaus. Thema ist das Bauen von Architektur, wobei räumliche, konstruktive, programmatische und andere Schwerpunkte gesetzt werden.«

Das Vortragsprogramm:

13.10.2009, 18.00 Uhr: Roger Diener Architekt, Basel

27.10.2009, 18.00 Uhr: Buchner Bründler Architekten, Basel

10.11.2009, 18.00 Uhr: Philippe Rahm Architekt, Lausanne/Paris

24.11.2009, 18.00 Uhr: Made in Sàrl Architekten, Genf

01.12.2009, 18.00 Uhr: Gigon/Guyer Architekten, Zürich

08.12.2009, 18.00 Uhr: EM2N Architekten, Zürich

Alle Vorträge bis auf den EM2N Vortrag finden im Auditorium HIL E 4, ETH Zürich, Campus Hönggerberg, Gebäude HIL, Wolfgang-Pauli-Straße 15, 8093 Zürich, statt. Der EM2N Vortrag findet Auditorium Maximum HG F 30, ETH Zürich, Campus HG, Rämistraße 101, 8092 Zürich statt.

mehr Infos unter:

> ETH Zürich / Vortragsreihe

holzbau in neuen dimensionen

Foto: gefunden bei architekten 24.de

In einer Baulücke im Berliner Innenstadt-Bezirk Prenzlauer Berg steht Europas erstes Hochhaus aus Holz. Anlass Ihrer Materialwahl war für die Architekten und Holzbau-Spezialisten Kaden und Klingbeil aus Berlin die Idee auch in dieser Dimension gesunden, nachhaltigen und energiesparenden Wohnraum zu schaffen.In Sachen Brandschutz hat das Projekt Modellcharakter.

85 Prozent des Rohbaumaterials des siebenstöckigen Gebäudes sind Holz. Das 22 Meter hohe Tragwerk des Wohnhauses ist ein Holzskelett aus Stützen und Riegeln mit einer Stärke von 30 mal 36 Zentimetern. Verbunden sind die Holzbalken durch Knotenpunkte aus Stahlblech, die speziell für diesen Bau entwickelt wurden. Auch die tragenden Außenwände sind aus Massivholz, Brettschichtholz zwischen 16 und 20 Zentimeter stark.

Ein bisschen Beton ist freilich dann doch im Spiel: für eine notwendige Brandschutzwand zur Nachbarbebauung, zwei austeifende Betonschächte für die haustechnischen Installationen und bei der Deckenkonstruktion aus  Holz-Beton-Verbunddecken, welche die einzelnen Stockwerke trennen.

Mehr zur Konstruktion und zum Projekt findet sich hier

LP10-Treffen im September

Die Sommerpause ist vorbei, die Arbeit ruft: Am Donnerstag, den 03.09.2009  findet wieder ein LP10-Treffen statt. Wenn das Wetter passt, würde ich vorschlagen, dass wir uns um 19.00 im Biergarten »Alter Kranen« treffen. Ansonsten würde sich das »Standard« anbieten.