
Foto: Stephan Sahm
„Barkow Leibinger gelingt es mit einer faszinierenden Dachkonstruktion, das alltägliche Raumprogramm einer Betriebskantine zu etwas Besonderem zu machen, ein räumliches Erlebnis und eine für die Bauaufgabe nicht selbstverständliche besondere Atmosphäre zu schaffen.« Der Raum verwandelt sich unter dem Dach zu einem „Schirm, der eine Vielzahl gemeinschaftlicher Aktivitäten überspannt und ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber den eigenen Mitarbeitern darstellt«.
Mit dieser Begründung hat die Jury dem Betriebsrestaurant des schwäbischen Unternehmens Trumpf in Ditzingen hat den DAM Preis für Architektur in Deutschland 2009 verliehen. Wie dort zu lesen hat der von Barkow Leibinger Architekten, Berlin, entworfene und realisierte Funktionsbau die Jury insbesondere durch sein innovatives Dachtragwerk, das sich aus der Zellenstruktur von Blattstrukturen inspiriert, überzeugt.
Die offizielle Preisverleihung fand am 13.11.2009 im Deutschen Architekturmuseum (DAM), Frankfurt am Main, statt. Die Ausstellung „DAM Preis für Architektur in Deutschland 2009. Die 26 besten Projekte in/aus Deutschland« wird dort noch bis zum 17.01.2010 zu sehen sein.
Mehr Infos gibts hier.





Modellfoto städtebauliche Planung Heuchelhof, Würzburg, 1975
Passend zur derzeitigen Debatte in Würzburg über den Nachkriegsstädtebau und die Nachkriegsarchitektur findet im Deutschen Architekturzentrum in Berlin eine Ausstellung des Bundes Deutscher Architekten zum Thema statt. Im Gegensatz zur Würzburger Diskussion, die sich auf die Architektur der 50er und teilweise 60er Jahre begrenzt, umfasst das Spektrum der Ausstellung auch die 70er und 80er Jahre. Ein sehr wichtiger Aspekt, wie ich meine, denn die Nachkriegsarchitektur kann man nicht auf einen gewissen Zeitabschnitt beschränken, wie es durch einige Institutionen hier in Würzburg gemacht wird, nur weil man anscheinend gewisse Vorlieben zu haben scheint. Für eine umfassende Betrachtung muss man auch die nachfolgenden Jahrzehnte in den Diskurs mit einbeziehen. Denn die Entwicklung geht bis in die Gegenwart weiter:
IN DER ZUKUNFT LEBEN
Die Prägung der Stadt durch den Nachkriegsstädtebau
»Städte sind immer im Wandel begriffen, sie repräsentieren in ihren urbanen Strukturen unterschiedliche Zeitschichten. Die Ausstellung IN DER ZUKUNFT LEBEN porträtiert Stadtsituationen, die charakteristisch für den Nachkriegsstädtebau in Ost und West sind. Bilddokumente, Interviews und Filme eröffnen einen Blick auf die ursprüngliche Planung sowie die Veränderungen bis heute und zeichnen die kulturelle Identität dieser städtischen Räume nach. Vorgestellt werden die Rheinstraße in Darmstadt und die Prager Straße in Dresden, die als innerstädtische Achsen die Stadtentwicklung prägen, die Großsiedlungsbauten in Halle-Neustadt und Bremen-Neue Vahr sowie Suhl im Thüringer Wald und Friedrichshafen am Bodensee als Beispiele für die Nachkriegsarchitektur in mittelgroßen Städten.«
Ausstellung im DAZ, Berlin
noch bis zum 22.11.2009, zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen
>zur DAZ Seite
P.S: Vielen Dank an Franziska für das Foto
Am Freitag, den 20.11.2009, findet das diesjährige Netzwerktreffen der Architektengruppierungen Bayerns in Regensburg statt. Veranstalter ist der Architekturkreis Regensburg. Natürlich ist auch LP10 eingeladen. Vorgesehen ist folgender Programmablauf:
- 11:00 Uhr Treffpunkt Altes Rathaus, Stadtführung ca. 1,5 h
- 12:30 Uhr Mittagessen
- 13:30 Uhr Diskussion und Austausch der Netzwerkgruppen untereinander.
- geplantes Ende ca 16:00 Uhr/16:30 Uhr
Wenn es terminlich bei mir klappt, würde ich hinfahren. Wer Lust hat mitzufahren, soll es einfach als Kommentar bloggen. Letztes Jahr fand das Treffen in Kempten statt und war sehr interessant und nett (auch die Allgäuer Kässpatzn waren sehr lecker!).
… findet wie immer jeden ersten Donnerstag im Monat statt und das ist – richtig! – schon wieder heute!
Wir treffen uns um 19:30 Uhr im standard. Kommen und Nicht-Kommen dürfen hier gerne in den Kommentaren angekündigt, Wünsche, Anträge und sonstiges gestellt werden.
Eingeladen ist wie immer jeder der Lust, Laune und Interesse an ein bisschen ungezwungenem Feierabendtalk hat, über alles was in weitestem Sinne mit Architektur, Würzburg (oder was einem sonst so einfällt) zu tun hat…

Am 02.11.2009 wird das Interview mit LP10 bei »a-palaver«-Architekturradio, das David Pasek mit uns in Wien geführt hat, zwischen von 13.00-14.00 live beim Wiener Sender Orange 94.0 ausgestrahlt. »Untermalt« wird die Sendung von Musik, die wir selber auswählen durften. Die Sendung ist sowohl als Livestream als auch als mp3/Stream zu hören (siehe Links unten!). Viel Spaß!
Auszug aus der E-Mail Ankündigung von »a palaver«-Architekturradio:
»Zu Gast bei A palaver in Wien sind die Würzburger Architekten Matthias Braun und Manfred Ring: In Ihrem Alltag produzieren die beiden im Rahmen der Leistungsphasen 1-9 feine Bauwerke und wenn dann einmal der Feierabend beginnen könnte, haben sie gemeinsam mit anderen die Leistungsphase 10 erfunden um ehrenamtlich das öffentliche Klima und den Diskurs für anspruchsvolle Architektur zu schaffen. Neben einem Raum in der Stadt, den die Gruppe regelmäßig bespielt betätigt sich die die Gruppe auch im Web: Da die Aktionen originell, humorvoll und die Information fundiert sind, entwickelt sich der lp10 Weblog gerade zu einer Institution in und außerhalb Würzburgs.
Wir sprechen über Architekturvermittlung und Öffentlichkeit, Rahmenbedingungen für gute Architektur und deren eigene Tätigkeit.«
>Livestream bei Radio Orange 94.0, Wien
>Sendung als mp3/stream bei a palaver
>a palaver architekturradio
P.S.: Vielen Dank an David Pasek für die Einladung nach Wien.

Würzburger Marktplatz mit Wachturm als temporäre Installation, Idee + Montage: Matthias Braun
Zum Umgang mit öffentlichem Raum
Aus aktuellem Anlass möchte ich zum Thema »Urban Hacking« ein paar Zeilen schreiben. Am Dienstag fand im Treffpunkt Architektur ein sehr guter Vortrag mit dem Titel »Orte Plätze Räume – vom Umgang mit der Stadt« statt. Bei diesem ging es vor allem um die Neuplanung von öffentlichen Plätzen auch unter der Einbindung von Kunst im öffentlichen Raum. Ende Oktober findet in München die »STROKE.01 – Urban Art Fair Munich« statt.
Mit dem Begriff »Urban Hacking« werden künstlerische Interventionen im öffentlichen bzw. städtischen Raum bezeichnet. Zu dem Spektrum gehören Installationen, Werbeumgestaltungen, Streetart, Flashmobs u.s.w. Die kritische Auseinandersetzung mit Thema öffentlicher Raum und den damit verbundenen Fragestellungen gewinnt in letzter Zeit immer mehr an Bedeutung. Wem gehört öffentlicher Raum? Wo sind die Grenzen zwischen öffentlichem, »halböffentlichem« und privatem Raum? Was passiert im öffentlichen Raum – welchen Nutzen, welche Chancen bietet er? Inwieweit darf bzw. soll öffentlicher Raum überwacht werden?…
In Städten wie Wien oder Zürich gibt bereits es eine rege öffentliche Diskussion zu diesem Thema. So fand jüngst in Wien ein Kongress im Museumsquartier Wien statt: Urban Hacking – Paraflows 09. Die Stadt Zürich veranstaltet im November ein Symposium mit dem Titel »Ruhestörung – Über die Wirkung zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum«. Bemerkenswert ist dabei, dass die Stadt Zürich ein erhebliches Potential in der Kunst im öffentlichen Raum für die Vermarktung der Stadt sieht:
»…In dem Symposium «Ruhestörung» soll daher auch erörtert werden, wie und auf welche Weise eine Stadt und ihre Bevölkerung von Kunst im öffentlichen Raum profi tiert und weshalb gerade markante Projekte zu einem zeitgemässen Markenzeichen Zürichs werden können – einer Stadt, die sich in einer städtebaulich zukunftsorientierten, permanenten Entwicklung befindet. Fünf konzentrierte Kurzvorträge aus berufener künstlerischer wie theoretischer Sicht und zwei hochkarätig besetzte Podiumsgespräche werden hierfür ein angemessenes und spannendes Forum schaffen…«
Mehr zum Thema:
Symposium »Ruhestörung«, 07. November 2009, 09.00 – 17.45 Uhr, Kongresshaus Zürich, CH
http://www.ruhestoerung.info/
oder bei:
http://www.paraflows.at/
Vom 6. September bis zum 6. Dezember strahlt ARTE eine neue Staffel von Dokumentationen aus der Reihenfolge »Baukunst« mit vielen Erstausstrahlungen.
Den Anfang macht Stararchitektin Zaha Hadid mit dem »Phaeno« Wissenschaftszentrum in Wolfsburg.
www.arte.tv/de/Kultur-entdecken/Baukunst/Alle-Sendungen/2810598.html
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