Monthly Archive for Januar 2010

Böse Orte und Oasen plus

Bild: BYAK

Mit „Bösen Orten“ sind jedwede Art von Stadtbrachen und Deponien gemeint, aber auch verkommene Parks und belastende Verkehrsbauwerke. Die Ausstellung in der Bayerischen Architektenkammer demonstriert den landschaftsarchitektonischen Umgang mit diesen Orten – entwickelt aus einer Notwendigkeit jenseits ästhetischer Gefälligkeit und in einer Zeit, da Raum knapp wird und wir uns trotzdem immer neue „Wüsten“ leisten.

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 04.02.2010, 19.00 Uhr
Haus der Architektur, Waisenhausstraße 4, 80637 München

Ausstellungsdauer: 05.02.2010 bis 19.03.2010
Öffnungszeiten: Mo – Do: 9.00 bis 17.00 Uhr, Fr: 9.00 bis 15.00 Uhr

Mehr dazu:
> Bayerische Architektenkammer

LP10 gratuliert zur Sperrstunde ab 1.00 Uhr

Foto: Matthias Braun

NO COMMENT!

werden sie besitzer eines kinos

Grafik: Initiative zur Gründung eines innerstädtischen Programmkinos

Da ich der Meinung bin, dass das hier eine Aktion ist, die auch LP10 unterstützen kann, poste ich hier einfach mal einen Artikel, den ich eben auf meinem privaten Blog geschrieben habe:

Werden Sie Besitzer eines Kinos! Unter diesem Slogan hat der Fachbereich Kultur der Stadt Würzburg gestern Flyer für eine Initiative zur Gründung eines innerstädtischen Programmkinos in Würzburg unters Filmvolk in der Posthalle gebracht. Ziel der Initiative ist die Installation eines kleinen Programmkinos mit mindestens  fünf Tagen Programm und kleinem gastronomischen Angebot. Geplant ist ein Aufbau in drei Stufen: Stufe 1- ein provisorisches Angebot an wechselnden Orten mit ausgewählten Filmen. Stufe 2- eine zweijährige Übergangslösung bis zur Fertigstellung der Frankenhalle mit anspruchsvollem Kinoprogramm. Stufe 3 – eine dauerhafte Lösung möglichst in der Frankenhalle. Als Träger und Betreiber soll eine Genossenschaft oder ein Verein gegründet werden.

Respekt! Es tut sich also was an der Programmkinofront! Und das sogar recht schnell. Die Initiative klingt zumindest schon recht weit und ganz gut durchdacht. Zur Umsetzung werden aber natürlich vor allem die Würzburger Bürger und Filminteressierten gefragt sein. Denn das Ganze kann nur mit dem Engagemant ehrenamtlicher Mitglieder gestemmt werden, deren Mitarbeit in den Bereichen Vorstand, Programm, Öffentlichkeitsarbeit, Organisation oder Technik gefragt ist.  Wer also zeigen will, dass die Würzburger nicht nur an der Jammerfront stark sind, sondern auch wirklich bereit, etwas zu tun gegen den in den letzten Wochen so oft kritisierten und bedauerten Verfall der Kinokultur in unserer Stadt, der ist eingeladen zur Gründungs- Vorbereitungversammlung am Dienstag, den 9.Februar 2010 um 19:30 Uhr im Luisengarten.

Die ersten Filmtermine stehen auch schon – jeweils im Theater Chambinsky und für schlappe 4,50 Euro:

Dienstag, 02.03. 20:00 Die Anwälte – eine Deutsche Geschichte von Birgit Schulz, D 2009

Dienstag, 09.03.2010 19:00 Das Weisse Band von Michael Haneke, D/A/F/I 2009

Dienstag, 23.03.2010 20:00 Dolpo Tulku – Heimkehr in den Himalaya von Martin Hofmann, D 2009

Für mehr Infos findet Ihr hier den Flyer für potentielle Kinobesitzer. (auf die Schnelle eingescannt, also entschuldigt die Qualität).

LP10 Kulturtipp: Int. Filmwochenende Würzburg

Bild: http://www.parkour-film.de/downloads.html

Vom 27.01-31.01.2010 findet in Würzburg zum 36. Mal das Internationale Filmwochenende statt. Viele tolle Filme werden wieder gezeigt werden…LP10 hat das Programm natürlich unter den Aspekten Architektur und Bauen »fachidiotisch« durchforstet und zwei Filme dick mit dem 6B auf dem Flyer eingeringelt, die mehr oder weniger mit der Materie zu tun haben:

Filmtipp 1

»Parkour« von Marc Rensing

Deutschland 2009 · 35 mm · Farbe · 95 min · deutsch

Richie ist Gerüstbauer, Mitte zwanzig und könnte mit seinem Leben eigentlich ganz zufrieden sein. Er hat eine hübsche Freundin, die ihn liebt und die sogar Verständnis für seine große Leidenschaft aufbringt, dem „Parkour“ laufen. Seine beiden Freunde sind ebenfalls Parkourläufer und so schmiedet die drei ihre Leidenschaft zusammen. Als Richie Zeuge wird wie ein Kollege einen schrecklichen Unfall hat, ändert sich alles schlagartig. Verdrängte Konflikte brechen auf und die Freundschaft zerbricht. Richies latente Eifersucht bringt ihm immer wieder zwischenmenschliche Probleme. Da er unfähig ist, sich diese Schwäche einzugestehen, rutscht er immer tiefer in einen Strudel aus Missgunst, Verlustangst und Kontrollverlust. 

Fr 29.01, CinemaxX, Saal 5, 22.45 Uhr o. Sa 30.01, CinemaxX, Saal 5, 20.30 Uhr

> Parkour (intern. Filmwochenende)

> Parkour (offizielle website)

Filmtipp 2

»À l’Origine« von Xavier Giannoli

Frankreich 2009 · 35 mm · Farbe · 155 min · OmeU

Die augenzwinkernde Komödie dreht sich um einen kleinen Gauner, der eine ganze Region in eine phantastische Baugeschichte zieht, indem er sich als Bauleiter ausgibt und sich für die Arbeiten die notwendigen Hilfsmittel und –kräfte besorgt. Sein Lügenkonstrukt funktioniert recht gut, bis er an eine Frau gerät, die die Bürgermeisterin eines kleinen Ortes ist, durch welchen die Autobahn führen soll. Denn als Gefühle ins Spiel kommen, zweifelt der Betrüger an seinem Lügenkonstrukt. Doch mittlerweile arbeiten bereits mehr als zehn Personen für ihn. Die bittersüße Komödie erzählt von Selbstausbeutung und blinder Hoffnung auf ‚die da oben’…

Do 28.01, CinemaxX, Saal 3, 21.15 Uhr o. Sa 30.01, CinemaxX, Saal 1, 13.00 Uhr

> À l’Origine (intern. Filmwochenende)

Mehr zum Filmfest:

> 36. Internationales Filmwochenende Würzburg

Neue Stadtschönheitschirurgen in Würzburg

Als hätten wir nicht schon genug davon: Verschönerungspolizei (VVW Würzburg), das omniphobe Sammelbecken »Ringpark-in-Gefahr«, Heiner-Reitberger-Stiftung und der AK Denkmalschutz (Kummers »AK 47″)…nun droht dem »entstellten« Patienten Würzburg neues Heil: die Initiative »Stadtbild Würzburg« – Würzburgs neue Stadtschönheitschirurgen, Praxiseröffnung am 26. Januar in der Aula der ehemaligen Mozartschule, Sprechzeiten ab 19.00 Uhr.

Da ist Urban-Faceliftung der ganz besonderen Art angesagt. Mumifizierung des Würzburger Stadtkörpers bis in alle Ewigkeit, damit wir auch 2050 noch das Schönheitsideal der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts/-tausends bewundern können. Hier und da die Barock-Botox- Spritze angesetzt, die hässlichen modernen Architekturfettpölsterchen abgesaugt, mit dem Laser noch ein paar Ornamente auf Sichtbetonfassaden eingraviert, partielle Flachdachkorrekturen durch implantierte Satteldächer, Ringparkvergrößerung – zum Schluss das Ganze auf einheitliche Traufhöhe abgesäbelt und alles wird (bleibt) gut, so wie es schon immer gewesen ist. Würzburg – Forever Young! JA, ich will so bleiben wie ich bin – und  DU, DU DARFST nichts verändern.

Zum Glück ist für psychologische Betreuung durch die Sprecherin des neuen Bürgerforums gesorgt, denn solch heikle Eingriffe am Stadtkörper sind häufig mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Bleibt zu hoffen, dass nach der Operation »Stadtbild Würzburg« noch ein paar sichtbare hässliche moderne Architekturnarben zurückbleiben und es nicht heißt: Operation gelungen, Patient tot.

hier noch eine Literaturempfehlung zum Thema:

> »Alternate Reality« bei Würzblog

Aktuelle Architektur in Oberfranken

Vom 26.01 – 12.02.2010 wird im Treffpunkt Architektur in Würzburg die Ausstellung »Aktuelle Architektur in Oberfranken« gezeigt. Am Dienstag, den 26. Januar, wird die Ausstellung um 19.00 Uhr offiziell eröffnet. Es sprechen:

Enrico Santifaller M.A., Architekturjournalist/Autor BDA, Frankfurt

Georg Redelbach, Architekt/Stadtplaner BDA, Marktheidenfeld

Peter Kuchenreuther, Architekt/Stadtplaner BDA, Marktredwitz

Eintritt frei!

Zur Ausstellung ist ein Buch erschienen:

Aktuelle Architektur in Oberfranken: Ein Architekturführer

»Linie 6 – Die Diskussion« bei TV-Touring

Am Freitag, den 22.01.2010, wird bei TV Touring ab 18.15 Uhr eine Diskussionssendung zum Thema »Straßenbahnlinie 6″ ausgestrahlt. Eingeladen sind Oberbürgermeister Georg Rosenthal, Stefan Kummer vom Verschönerungsverein Würzburg und der Geschäftsführer der WVV, Werner Schäfer. Moderator ist Norbert Hufgard. Das verspricht eine interessante Sendung zu werden…

»Nach langem Hin und Her scheint der Verlauf der neuen Straßenbahnlinie festzustehen, doch auch jetzt sind noch Fragen ungeklärt. In Zeiten der Wirtschaftskrise sind die Stadtkassen leer, wie steht es also mit der Finanzierung der Linie 6 und wann wird sich die neue Straßenbahn rechnen? Wie sieht die Zukunft des Rennwegs aus, soll er für Autos gesperrt werden und welche Auswirkung hätte das auf den Stadtverkehr? Und dann ist da noch die UNESCO und der Titel des Weltkulturerbes für die Würzburger Residenz?«

> TV Touring »Linie 6 – Die Diskussion«

Vortrag »Farbe und Architektur« im TP Würzburg

Am Dienstag den 19.01.2010 ist Monika Hoffmann im Treffpunkt Architektur in Würzburg zu Gast. Sie wird ab 19.00  19.30 Uhr einen Vortrag über »Farbe und Architektur« halten. Veranstalter ist der BDA Unterfranken – Eintritt frei!

Interview mit Monika Hoffmann (pdf)

U6 statt Straba 6 – Würzburg goes Underground!

Sensation zu Jahresbeginn: U6 statt Straba 6 – Würzburg goes Underground!

Nachdem sich für die Probleme bei der Trassenführung der geplanten Straßenbahnlinie 6 keine Lösung abzuzeichnen schien, besann man sich bei den Verantwortlichen und entwickelte in einer Klausurtagung zwischen den Jahren ein atemberaubendes Konzept auf Weltniveau, das jetzt exklusiv LP10 vorliegt.

In Anbetracht der Tatsache, dass UNESCO, Verschönerungsverein und die BI »Ringpark in Gefahr« mit keiner der angedachten Trassenvarianten der Linie 6 im Bereich der Residenz Würzburg zufrieden waren (Hauptkritikpunkt: die Oberleitungen) und schon der Weltkulturerbe-Status zu wackeln schien, musste ein völlig neuer Lösungsansatz her. Ein Blick über den Tellerrand, wie andere Großstädte mit dieser Frage umgehen, machte schnell klar: Wenn`s über der Erde nicht stadtbildverträglich funktioniert, dann eben unter der Erde. Würzburg braucht eine U-Bahn!

Dank Konjunkturpaket 2 steht nun auch der Finanzierung des ehrgeizigen Projekts nichts mehr im Wege. Im ersten Teilabschnitt soll bis 2014 die Kernstadt durch die U6 erschlossen werden. Geplant sind drei Stationen: Juliuspromenade, Plattnerstraße/Dom sowie Residenz/Hofkeller (siehe Grafik). In einem zweiten Abschnitt werden dann Bahnhof und Hubland bis 2018 an das Streckennetz angeschlossen. Auch der Tourismusverband begrüßte das Konzept. In welcher anderen Stadt kommt man als Besucher und Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel schon so direkt mit den Schätzen der Region in Kontakt wie zum Beispiel bei der Station Residenz/Hofkeller.

U6 – Würzburg erfahren.

Grafik: Matthias Braun