
Im Bild: Hofstraße und Eichhornstraße
In der Presse war es bereits zu lesen: Der öffentliche Raum in Würzburg soll »gepimpt« werden. Im Fall der Hofstraße, die Dom und Residenz miteinander verbindet, wird ein städtebaulicher Ideen- und Realisierungswettbewerb ausgelobt, durch den das Residenzumfeld aufgewertet werden soll. Zum Glück, denn im gegenwärtigen Zustand sieht die wichtige Verbindungsachse von Residenz zu Innenstadt nicht sehr einladend aus. Dies gilt sowohl für den Straßenraum an sich als auch für die städtebauliche Situation, die Schwächen aufweist. Nicht unbedingt die beste Visitenkarte für eine Stadt, für die vor allem der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. 45 Architekturbüros werden für den Wettbewerb ausgewählt bzw. geladen. Nähere Informationen zum Verfahren liegen noch nicht vor.
Ähnliches gilt für die Eichhornstraße. Hier sind die Pläne schon etwas konkreter. Eine Machbarkeitsstudie des Architekturbüros Adler & Olesch sieht eine Erweiterung der Fußgängerzone in diesem Bereich vor. Der Tiefgaragenschlund soll im Zuge der Maßnahme verschwinden. Die Zufahrt zur Marktgarage wird dann über eine bereits bestehende Tiefgarage im Gebäude der Hypovereinsbank abgewickelt werden, die mit der Tiefgarage am Markt verbunden wird. Das macht Sinn und wäre ein großer Schritt hin zu einem attraktiveren Stadtbild.
Es scheint sich also was zu tun. Und da lohnt es sich für Interessierte wieder einmal über den Tellerrand hinauszublicken. Wie gehen andere Städte mit ihrem öffentlichen Raum um? Hierzu zwei Hinweise (beide aus Österreich):
- Architekturradio »a palaver« berichtet am Montag, den 03.05.2010 um 13.00 Uhr auf radio O94 zum Thema »Öffentlicher Raum in Wien«. »Zu Gast sind Doris Lippitsch, Chefredakteurin des Stadtmagazins city und Autorin der kürzlich erschienenen Bücher “Öffentlicher Raum – ein Streifzug durch das Wien von heute” sowie “Lichträume in Wien” und der Architekt Clemens Kirsch, der Autor des gerade realisierten Projektes im Bereich des Stephansplatzes / Kärntnerstrasse und Grabens.«
- Neugestaltung der Maria-Theresien-Straße in Innsbruck: Hier gibt`s eine schöne Website, auf der alle Informationen zum Projekt gebündelt sind. Der Siegerentwurf stammt vom Wiener Büro »AllesWirdGut« – der Name ist Programm. Vorbildlich wie hier Öffentlichkeitsarbeit betrieben wird. Das wäre ab und an auch in Würzburg wünschenswert, dann gäbe es viel weniger Zündstoff für die immer wiederkehrenden und nicht enden wollenden Diskussionen…

Der Preisträger 2008: Studentenwohnheim Zürnstraße von Michel+Wolf+Partner, Stuttgart
Die Stadt Würzburg hat den Antonio-Petrini-Preis 2010 ausgelobt. Mit dem Bauherrenpreis werden Bauobjekte ausgezeichnet, die »besonderen architektonischen Ansprüchen und dem Wunsch nach einer besseren Stadtgestaltung in Würzburg im hohen Maß genügen sollen.« Vergeben werden drei Preise, Anerkennungen sowie gegebenenfalls auch ein Sonderpreis für ein »wegweisendes barrierefreies Objekt«. Voraussetzung ist, dass das Bauwerk innerhalb der letzten zwei Jahre im Stadtgebiet Würzburg realisiert worden ist.
Terminplan:
Abgabe der am Wettbewerb teilnehmenden Objekte: 10. September 2010
Sitzung des Preisgerichts (geplant): 15. Oktober 2010
Preisverleihung (geplant): 23. Oktober 2010
Mehr Informationen zur Bewerbung:
>Stadt Würzburg – Antonio-Petrini-Preis 2010

Foto: Matthias Braun
Nicht ohne ein bisschen Stolz dürfen wir es nun nach der gestrigen Preisverleihung im Jugendkulturhaus Cairo offiziell verkünden:
LP10 erhält den Preis für Junge Kultur 2010 der Stadt Würzburg
Die Stadt Würzburg verleiht seit 2005 mit dem Kulturpartner Distelhäuser Brauerei und dem Umsonst & Draussen e. V. regelmäßig jährlich einen Preis für Junge Kultur (Jugendkulturförderpreis). In diesem Jahr wurde neben der Band Shokei und JoJo Schulz (Posthalle Würzburg) auch LP10 mit der Auszeichnung in der Sparte »Besonderes« bedacht. Das freut uns sehr! Zum einen weil es eine Anerkennung für jahrelange Arbeit (LP10 gibt es seit 2004) ist und zum anderen weil es ein »Würzburger« Preis ist. Denn nachdem LP10 bisher eher außerhalb der Stadtgrenzen Würzburgs wahrgenommen worden ist (Zündfunk, Bayerisches Fernsehen »Südwild«, A Palaver Architekturradio Wien) ist es besonders schön zu sehen, dass unsere Arbeit auch in unserer Heimatstadt gewürdigt wird.
»Die Stadt Würzburg, der Umsonst & Draussen e.V. und die Distelhäuser Brauerei verleihen, wie vom Stadtrat am 25. März 2010 beschlossen, dem Projekt »LP10″ den »Preis für Junge Kultur« 2010 in der Sparte Besonderes. Sie zeichnen dadurch einen Verbund junger Architekten aus, der sich kritisch, provokativ, mitunter ironisch, aber immer fundiert mit der Entwicklung des Würzburger Stadtbildes auseinandersetzt. Vor allem durch das Online-Architekturmagazin erreicht »LP10″ neben Diskussionsveranstaltungen und Workshops einen erweiterten und stetig wachsenden Interessentenkreis.
In Anerkennung und als Dank für diese Engagement in der Kulturszene wird »LP10″ mit dem diesjährigen »Preis für junge Kultur« ausgezeichnet…«

Bürgermeisterin Schäfer überreicht die Urkunde an die LP10ler, Foto: Ralf Thees (würzblog)
im Bild (v. l.): Bürgermeisterin Marion Schäfer, Matthias Braun, Manfred Ring, Georg Fries, Julia Roth, Franziska Liebig, Thomas Leiser und Stefan Lang
Vielen Dank für den Preis und Gratulation an Shokei und JoJo Schulz!
>Urkunde Preis für Junge Kultur
>Bericht bei TVtouring
>Bericht Zündfunk

Plakat Jour Fixe 2010, Gestaltung Tobias Tilgner und Sebastian Kempf
Ein hochkarätig besetztes Vortragsprogramm hat die Fachgruppe Architektur der Kunstakademie Stuttgart in der Reihe »Jour Fixe« für das Sommersemester 2010 zusammengestellt:
»Die Reihe stellt innovative und experimentelle Vorgehensweisen in und mit Architektur vor. Gezeigt wird das konzeptionelle Potential zeitgenössischer Architektur und Stadtplanung anhand von Ausstellungsprojekten (Francesca Ferguson/urban drift), sowie die Individualität und Vielgestaltigkeit experimenteller Arbeitsweisen, die von installativen Arbeiten bis zu gebauter Architektur reichen, von Holger Kehne/Plasma Studio London, Manuelle Gautrand aus Paris, Mark Blaschitz/Splitterwerk Graz, Wolf D. Prix/Coop Himmelb(l)au Wien und Will Alsop aus London, die zudem Einblick in ihre Entwurfsmethoden geben werden…«
Beginn jeweils um 19 Uhr im Mehrzwecksaal, Neubau II an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Am Weißenhof 1, 70191 Stuttgart. Der Eintritt ist frei.
Mehr Informationen unter:
>Jour Fixe 2010
>Plakat »Jour Fixe 2010″

Bild: Lost Town (website)
Lost Town – Ein Dokumentarfilm von Jörg Adolph
Schon wieder ein Filmtipp und schon wieder hat es am Rande auch mit »The Notwist« zu tun. Denn der Dokumentarfilmer Jörg Adolph hat neben »Lost Town« auch einen Film über die Band »The Notwist« mit dem Titel »ON/OFF the Record« gedreht. Das aber nur als Randbemerkung.
»Lost Town« ist ein toller Dokufilm, der das zum Thema hat, wovon wohl jede(r) junge Architekt(in) oder Künstler(in) träumt: Einmal einen richtig großen Wettbewerb gewinnen. Das Auf und Ab, das mit so einem Ereignis verbunden ist, wird in diesem Film über mehrere Jahre mit der Kamera verfolgt. Stark!
»Anne Niemann und Johannes Ingrisch hatten gerade ihr Studium abgeschlossen, als sie einen internationalen Architekturwettbewerb gewinnen konnten. Ihre Idee ist so einfach wie gut: An der strukturschwachen Ostküste Englands soll ein Wahrzeichen gebaut werden, das die Küstenerosion und die dahinter wirkenden Naturgewalten veranschaulicht und Touristenströme anlockt – Eine Skulptur aus gigantischen Edelstahl-Stelen im Meer, deren Silhouette eine vor vielen hundert Jahren versunkene Kirche nachbildet. Ein dramatisches Symbol für versunkene Orte. Doch was nun? Wie realisiert man als Berufsanfänger ein Kunstprojekt, das einige Millionen Euro kostet und bei dem jeden Tag neue Probleme auftauchen? Und das alles in einem Land mit ausgesprochen eigensinnigen Bewohnern? Denn auch wenn sich die britische Küste in permanenter Veränderung befindet, wird Veränderung hier nicht unbedingt willkommen geheißen. Ein Langzeit-Dokumentarfilm über ein faszinierendes Architekturprojekt und die Zeit der ersten Berufsträume. Ein Film über Küstenerosion und die unvermeidlichen Erosionsprozesse im Leben…»
Sendetermin: Do 22. April, 23.15 – 00.45, WDR
Mehr zum Thema:
>Lost Town (Projekt-Website)
>Lost Town (Projekt-Broschüre PDF)
>Jörg Adolph
>ON/OFF The Record (Dokufilm über The Notwist)
>Caligari-Film

Foto via casa-kino.de
»Mich interessiert die freie sinnliche Kurve. Die Kurve der Flüsse meines Landes, der Wolken, der schönen Frauen.«
Kein jugendlicher Heißsporn, sondern der 100jährige Architekt Oscar Niemeyer spricht diese denkwürdigen Sätze in einer Dokumentation, die seine verblüffenden Bauten in den Mittelpunkt stellt und ganz nebenbei auch eine kleine Kulturgeschichte Brasiliens liefert.
Architekten, Werke, Blicke nennt sich eine neue Reihe des Casablanca Kinos in Ochsenfurt, die gestern mit einer Dokumentation über Santiago Calatrava startete und an den kommenden drei Mittwochen fortgesetzt wird:
Am Mittwoch, 21.04. , 21.00 Uhr werden Sketches of Frank Gehry gezeigt. Sidney Pollack hat keine Ahnung von Architektur und keine vom Dokumentarfilmen; Gehry hat keine Ahnung vom Film. Trotzdem oder gerade deswegen gelingt es dem Starregisseur ein sehens- und bemerkenswertes Poträt vom befreundeten Stararchitekten zu zeichnen, das nicht zuletzt lebt von den Gesprächen der beiden und dem gemeinsamen Versuch den Wurzeln ihrer Kreativität und den Zwängen künstlerischer Freiheit nachzuspüren. Ich durfte den Film vor Jahren schon einmal sehen und kann ihn jedem nur ans Herz legen!
Am Mittwoch, den 28.04., 21.00 Uhr geht es weiter mit dem eingangs bereits erwähnten Oscar Niemeyer – Das Leben ist ein Hauch. „Als wir zum ersten Mal nach Brasilia flogen, saß ich neben Marschall Lott. Er sagte: ‚Niemeyer, unsere Gebäude werden doch im traditionellen Stil sein?‹ Ich lächelte ihn an: Was würden Sie im Krieg vorziehen? Eine alte Waffe oder eine moderne?« … Wohl desöfteren auch eine Würzburger Fragestellung !?
Am Mittwoch den 05.05., 21.00 Uhr steht Goff in der Wüste auf dem Programm. „Von Goff kann man lernen, wie man nicht bauen sollte.« sprach einst Mies van der Rohe. Seine verspielte, ornamentale und eigensinnige Architektur war der Lehre der neuien Sachlichkeit verhasst. Der Architekt selbst wurde mit einer Schwulen- Kampagne diffamiert und seine wichtigsten Bauten posthum zerstört. Heinz Emigholz versucht den großen Unbekannten der amerikanischen Architektur mit seinem Poträt aus der Vergessenheit zurück zu holen.

Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin Berlin Bild: denkmalberlinfilm
Wer heute Abend nicht das Notwist-Konzert in der Posthalle besucht, der kann sich »alternativ« auf 3sat eine interessante Architektursendung anschauen:
Denk Mal Berlin – Wer baut die Stadt? Ein Film von Gabriela Neuhaus und Angelo Scudeletti
»Berlin erfindet sich stets neu. Was schließlich in Glas und Beton dasteht, ist das Resultat langer Prozesse. Seit März 2007 versucht die Schweizer Architektin Regula Lüscher, die deutsche Hauptstadt von morgen zu entwerfen. Als Senatsbaudirektorin von Berlin ist sie Teil des Kräftespiels zwischen den Interessen von Investoren, Politikern, Architekten sowie Bürgerinnen und Bürgern. Ihr stellen sich, wie zum Beispiel mit dem alten Flughafen Tempelhof, ganz konkret die aktuellen Fragen zur Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert: Was soll abgerissen werden, was erhalten? Was macht die Identität einer Stadt aus?
Gemeinsam mit der Berliner Stadtbaumeisterin Regula Lüscher nimmt der Film »Denk Mal Berlin« die Hauptstadt als städtebaulichen Fakt und als Zukunftsentwurf unter die Lupe. Er kreist um architektonische Brennpunkte in Berlin und auch Zürich, wo Regula Lüschers Stadtbaupolitik konkrete Ausgestaltungen erfahren hat, an denen sich ihre Thesen und ihr Standpunkt messen lassen.«
Sendetermin: Heute, 14. April, 21.05 Uhr, 3sat

Die MIKS, die Jungen Freunde des Freundeskreises Kulturspeicher Würzburg e.V. und der Kunst LK des Wirsberg Gymnasiums unter der Leitung von Sabine Blum – Pfingstl laden am Donnerstag, den 29. April 2010, ab 19 Uhr zum „ Nachtleben“ ins Museum im Kulturspeicher ein. Die Veranstaltung widmet sich der Ausstellung „Nachtseiten der Natur“ der Reihe „Drehscheibe“, in der Werke der Städtischen Sammlung mit drei Positionen aktueller Kunst (Doris Conrads, Jürgen Hochmuth und Stefanie Pöllot) in Dialog treten.
Eingeleitet wird der Abend mit der Ausstellung des Kunst – Leistungskurses zum Thema „Nacht“, für die musikalische Untermalung sorgt die Jazzband Mamsell Zazou. Von der Gruppe „el pez hablando“ werden verschiedene Stücke namhafter Literaten zum Besten gegeben.
Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Der Eintrittspreis beträgt 7 Euro (ermäßigt 5 Euro).

Ein Langohrhamster (lat.: cricetus auritus) ist in eine Fotofalle im Ringpark getappt…
Den Möbelriesen Ikea hätten die Feldhamster beinahe zu Fall gebracht. Nun droht der Straßenbahnline 6 das vorzeitige Aus. Im Bereich des geplanten neuen Ringparkdurchstichs der Trasse (Gericht / Ottostraße) ist ein Exemplar der äußerst seltenen Spezies »cricetus auritus«, ein sog. Langohrhamster, mittels einer Fotofalle aufgespürt worden. Dieses Tier steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Besonders prekär an der Situation ist die Tatsache, dass sich diese Hamsterart laut Expertenaussagen im Gegensatz zum gemeinen Feldhamster kaum umsiedeln lassen könne, da die Langohrhamster ihr einmal gewähltes Revier bis an ihr Lebensende nicht mehr verlassen. Bedeutet das, dass die Planungen für die Straßenbahnlinie 6 eingestampft werden können?
P.S.: Gerüchten zufolge sollen am Mozartareal auch schon Langohrhamster gesichtet worden sein.
Schönes Wochenende!

Alt und Neu in Ulm Foto: Stadt Ulm
Die Veranstaltungsreihe »Kulturräume – Gespräche zur kulturellen Stadtentwicklung in Würzburg« des Dachverbands freier Würzburger Kulturträger macht an der nächsten Station halt: dem ehemaligen Mozartgymnasium. Im zweiten Teil der Reihe wird es um die städtebaulichen Lösungsmöglichkeiten zur Innenstadtgestaltung gehen. Exemplarisch aufgezeigt wird dies am Beispiel der »Neuen Mitte Ulm«. Im Gegensatz zu Würzburg scheint man in Ulm ein etwas unverkrampfteres Architekturverständnis zu haben. Alt und Neu schließen sich hier nicht aus, sondern gehen eine Symbiose ein. Wegweisend war die Eröffnung des Stadthauses im Jahr 1993, das der New Yorker Architekt Richard Meier entworfen hat. Es folgten die Stadtbibliothek von Gottfried Böhm, die Kunsthalle Weishaupt von Wolfram Wöhr sowie das Kaufhaus Münstertor und die Sparkasse von Stephan Braunfels.
Der Stadtplaner und Architekt Christian Guther aus Ulm wird hierzu am Montag, den 12.04.2010 um 20.00 Uhr in der Aula der Mozartschule referieren. Im Anschluss an den Vortrag ist eine Gesprächsrunde geplant. Der Eintritt ist frei!
Mehr zum Thema:
>Dachverband freier Würzburger Kulturträger
>Neue Mitte Ulm
>Film: Neue Mitte
>Kunsthalle Weishaupt
>Stadtbibliothek Ulm
>Kaufhaus Münstertor
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