Monthly Archive for Oktober 2010Page 2 of 2

„Aufgabe Gestaltung“. Ein junger Architekt berichtet

Der Berufsverband freischaffender Architekten und Bauingenieure e.V. bab lädt herzlich ein, zu einem Vortrag von Florian Hugger über die Vielfalt der gestalterischen Aufgaben und die Positionierung eines jungen Architekturbüros:

„Aufgabe Gestaltung“. Ein junger Architekt berichtet

am Dienstag, 02.11.2010, 19.30 Uhr im Treffpunkt Architektur, Herrnstraße 3, 97070 Würzburg

Florian Hugger und Thomas Rampp haben gemeinsam nach Beendigung des Architekturstudiums den Weg in die Selbstständigkeit gesucht. Mit ihrem Architekturbüro LangHuggerRampp und dem Gestaltungsbüro ediundsepp durften die jungen Architekten zahlreiche spannende Aufgaben bearbeiten. Vom Hochhausneubau über die Bahnhofsanierung bis hin zur Visitenkarte oder dem USB Stick. Ein stetes Weiterentwickeln durch konsequente Gestaltung.

mehr dazu:

>Architekturbüro LangHuggerRampp

>Gestaltungsbüro ediundsepp

Antonio-Petrini-Preis 2010 geht an s.Oliver-Flagshipstore

Übersicht  der prämierten Arbeiten (Fotos: LP10)

Mit dem Antonio-Petrini-Preis werden alle zwei Jahre »neu erstellte Bauobjekte bewertet und gewürdigt, die – unabhängig von Größe und finanziellem Einsatz – besonderen architektonischen Ansprüchen und dem Wunsch nach einer besseren Stadtgestaltung in Würzburg im hohen Maß genügen sollen«. Dieses Mal wurde der s.Oliver-Flagshipstore am Oberen Markt von der Jury unter Vorsitz von Professor Julian Wékel (Universität Darmstadt) mit dem Preis ausgezeichnet:

„Das Gebäude besticht zum einen durch ein Stadtbild prägendes und selbstbewusstes Erscheinungsbild – zum anderen durch die Maßstäblichkeit und die Materialität. Der Neubau vermittelt an dieser prägnanten Stelle der Innenstadt hervorragend zwischen den historischen Gebäuden des Oberen Markts und dem dominierenden Kaufhaus in der Schönbornstraße und wird dabei selbst zum Identitätsmerkmal für den Stadtkern Würzburgs« (Auszug aus der Preisgerichtsbeurteilung)

Architekten des Flagshipstores sind das Düsseldorfer Büro RKW Rhode Kellermann Wawrowsky, Bauherr ist s.Oliver.

Den 2. Platz belegte der Neubau des Ganztageszentrums für Hören und Kommunikation in der Berner Straße, geplant vom Würzburger Büro Hetterich Architekten BDA und Kaiser Juritza Landschaftsarchitekten, Bauherr: Stiftung Hör- und Sprachförderung. Den 3. Platz errang die Erweiterung der Gaststätte »timeOUT« in der Frankfurter Straße. Bauherrin ist Dr. Katja Menna, Architekt: Claus Arnold, Würzburg, zusammen mit Reinhard May, Würzburg.

Neben den Preisen wurden auch noch drei Anerkennungen vergeben: Friseurladen »Pony, Bob & Pixie«, Oberthürstraße 3, (Bauherrin: Monique Bimbös, Architekt: Matthias Braun, Würzburg), Umbau und Erweiterung Bürogebäude in der Prymstraße 3 (Bauherr: Prym 3 GmbH, Architekten: Zumkeller und Amann+Gress, Würzburg) und Wohn- und Geschäftshaus in der Edelstraße 9 (Bauherr: Dr. Brigitta Epp, Roland Gress, Architekt: Roland Gress, Würzburg).

Insgesamt wurden 16 Arbeiten eingereicht. Alle eingereichten Projekte sind im Foyer des Rathauses bis zum 6. November ausgestellt.

»Zurück zum Gefühl« – Der deutsche Beitrag zur Biennale

High-Tech, Wärmedurchgangskoeffizient, A/V-Verhältnis, Wirtschaftlichkeit, DIN-Norm, Fotorealismus-Rendering auf Glossy-Paper…sind passé. Genug der Technokratie! »Mythos statt Logos« – so könnte man die Kehrtwende bezeichnen, wenn man das Thema des diesjährigen deutschen Beitrags zur 12. Internationalen Architekturausstellung Biennale Venedig (29. August bis 21. November) betrachtet: „SEHNSUCHT“ – Ein Porträt der Sensibilität zeitgenössischer Architektur.

Das wird schon deutlich, wenn man die Visualisierungen für den Deutschen Pavillon sieht: Der goldene Eingangsvorhang, das Zimmer mit Aussicht, das Spiegelkabinett – Bilder, die Gefühle beim Betrachter auslösen sollen. Nach der rationalen Überdosis der vergangenen Jahre sehnt man sich wieder nach dem Ursprünglichen, nach dem, was hinter allem steht, nach Emotion und Sinnlichkeit. Aspekte, die in Architekturdebatten und im Architekturverständnis zuletzt immer mehr unterzugehen schienen oder vernachlässigt wurden. Insofern ist der Ansatz, den die Generalkommissare Cordula Rau, Eberhard Tröger, und Ole W. Fischer / Die Walverwandtschaften München Zürich Boston liefern, sehr wohltuend.

Architektur muss natürlich grundsätzlich erst einmal funktionieren, dienen und rational sein. Aber in ihrer Allgegenwärtigkeit löst Architektur natürlich immer auch Emotionen aus, schließlich leben ja in und um diese »Hüllen« Menschen. Und auch beim Entwurfsprozess ist (sollte) das Gefühl neben der Ratio eine Antriebsfeder (sein). So ist es dann auch nachzuvollziehen, dass der Pavillon nicht mit Plänen und Renderings zugeballert ist, sondern 180 internationale Architekten und Kulturschaffende dazu aufgerufen wurden, ihre architektonischen Sehnsüchte skizzenhaft zum Ausdruck zu bringen. Der Raum selbst wird als Ort der Begegnung, der Inspiration und des Austausches für Menschen betrachtet und mit Vorträgen, Gesprächen und Musikaufführungen bespielt. Bleibt abzuwarten, wie das Konzept von den Besuchern angenommen wird.

mehr zum Thema:

>http://www.sehnsucht-biennale.de

>http://www.walverwandtschaften.de

>http://www.labiennale.org/en/architecture/