Hr. Dieter Schneider (buena la vista) schrieb zum Artikel von Matthias: „»junge architekten in der provinz« – Wenn Wü nicht Provinz ist, was ist es denn dann – Architektur-Metropole etwa? Das Konzept funktioniert nur mit einem Schuss Selbstironie, Mut und Selbstvertrauen. Wer das nicht aufbringt sollte es lassen und nix machen. Darin hat Würzurg ja Erfahrung;-) Mal im Ernst: Gibt es Weltklasse Architektur in Wü, außer Balthasar Neumann?
Lieber Hr. Schneider, ich glaube ihr Kommentar zeigt jetzt auch das zweite Problem neben den „Provinzbegriff“, und zwar die „Weltklasse“.
Selbst damit anzugeben klingt vermessen und erspricht nicht gerade unserm fränkischen Gemüt. Das erinnert mich an „Dittsche“ (alias Olli Dittrich) der zu seinem Imbisswirt beim Bier holen gerne mal sagt „…Mensch Ingo, dass ist eine Weeeltidee!!!“.
Muss es denn wirklich gleich Weltniveau sein?
Zur Architektur: In Würzburg gab es auch noch andere Architekten außer Balthasar Neumann, die es geschafft haben hier etwas hinzustellen, was außerhalb der Stadtgrenze positiv aufgefallen ist (was in dieser Stadt nicht so ganz einfach ist).
Wir hatten noch einen Antonio Petrini (Juliusspital 1701) der den fränkischen Barock eingeführt hat, und einen Peter Speth (Frauengefängnis 1810, jetzt Cafe Cairo) zur Zeiten der Revolutionsarchitektur. Im Jahre 1927 – noch vor der Werkbundausstellung am Weißenhof in Stuttgart – wollte Peter Feile das erste Wohnhaus mit Flachdach in Bayern bauen, was aber leider die Regierung von Unterfranken verhindert hat. 1928 durfte er dann doch an der Keeburgstraße erstmals im Stil der Neuen Sachlichkeit bauen.
In jüngster Zeit sind mit dem Kulturspeicher, dem Heizkraftwerk (Brückner Brückner) und dem Weingut am Stein (hofmann keicher ring) Bauwerke entstanden, die mit einigen Architekturpreisen ausgezeichnet wurden und in zahlreichen nationalen und internationalen Bauzeitschriften veröffentlicht wurden.
Lesen Sie doch z.B. mal die Novemberausgabe des Reisemagazins „Geo Saison“. Hier gibt es den Artikel von Kerstin Schweighöfer: „Im Land der fliegenden Bauten.“
Zitat: „Deutsche Bauschau. Die deutsche Architektur hebt ab, aus kühnen Entwürfen sind Sehenswürdigkeiten geworden. Gehen Sie mit uns auf eine Reise zu neuen Meisterwerken der Architektur, von der Kappelle bis zum Showroom, vom Weingut bis zur Sprungschanze. …“
Zur Auszeichnung: „…Selbstironie, Mut und Selbstvertrauen“ in aller Ehren, aber muss ich mir unbedingt vorher selbst in die E… treten um dann einen positiven Effekt zu haben wenn der Schmerz endlich nachlässt?
Es stimmt zwar dass wir hier jede Menge Kleingeister in Stadt haben die provinzielle Ansichten vertreten, aber müssen wir damit auch noch angeben?
Ich würde vorschlagen eine Art von Preis ins Leben zu Rufen der den Titel „Provinz auf Weltniveau“ trägt. Hierfür würde es jede Menge Kandidaten (auch in allen Politischen Parteien) geben die diese Auszeichnung verdient hätte.
Außerdem sollte die Werbekampagne der Würzburg AG hierfür gleich mal nominiert werden vor allem für die „Pi-Wurst“ und den Spruch „Zuckerrüben und Kaviar“ … also für das Weltniveau der Kampagne
Neueste Kommentare