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Architektur & Wein »Silvanersommer«

Bild: Gerhard Hagen

Auch der Silvaner hat Geburtstag, er wird 350 Jahre alt, zumindest in Franken. Deshalb feiert der Tourismusverband Fränkisches Weinland einen ganzen »Silvanersommer«. Nachdem einige klevere fränkischen Winzer schon vor einigen Jahren entdeckt haben, dass man den »jugendlichen Wein« auch ganz gut mit moderner Architektur verbinden kann, ist es nun möglich eine Austellung von 15 »beispielhaften Weinarchitekturen« anzubieten.

Austellungseröffnung: 12.05.2009, 19.30 im Kulturspeicher, Eintritt frei

Busfahrt zu ausgewählten Weingütern: 16.05.2009, ab 13.00 vom Kulturspeicher, 25,00 €

Bauherrngespräche: 26.05.2009, 19.30 im Kulturspeicher, Eintritt frei

Theater: 19.05.2009, 19.30 im Kulturspeicher, 15,00 €  »Seltsam Leben lebt im Wein«

Dies ist eine Veranstaltung der baucoop würzburg

Gestaltungssatzungen

hier ein Artikel von Ursula Baus german-architects.com zu dem Thema Gestaltungssatzungen. Ist ja auch ganz aktuell in Würzburg.

Bild: Promi.at, Tischler

Die Idee des Klassischen und ihr bürokratischer Wurmfortsatz
Die Strategien, mit denen derzeit die Risiken experimenteller Architekturentwicklungen gebremst oder vermieden werden sollen, beziehen sich immer und immer wieder auf die Errungenschaften unserer Vorfahren. Dass diese ebenfalls experimentell und riskant waren, sich außerdem recht oft im Widerspruch zu den Machtstrukturen der jeweiligen Gegenwart gebildet haben, gerät dabei allzu oft in Vergessenheit. Zu beklagen ist, dass die Vorstellung vom Bewährten völlig aus seinem Entstehungszusammenhang gerissen wird. Ursula Baus findet, dass dieses ungute Durcheinander jetzt in merkwürdigen Gestaltungssatzungen zu amalgamieren droht.

hier zum Beitrag:

lp10 im »Zündfunk-Radio« auf Bayern 2

Dies ist kein Aprilscherz:

Morgen am Mittwoch den 01.04.09 ab 19.00 Uhr kommt ein Interview im »Zündfunk« auf Bayern 2 zu den aktuellen Architekturgeschehen in Würzburg. Matthias Braun hat hierbei uns »junge Architekten – LP10″ vertreten. Für den »jungen Verschönerungsverein« war Florian Evenbye vom »Arbeitskreis Studierende für Denkmalschutz« vertreten. Also reinhören wird bestimmt spannend.

HOAI-Neufassung

Hier eine Info vom BDA:
Sehr geehrte ArchitektInnen und IngenieurInnen,
die Novellierung der HOAI befindet sich auf der Zielgeraden. Aus aktuellem Anlass hat sich der Honorargutachter Herr Seifert bereit erklärt, im Treffpunk Architektur zum Thema zu referieren.
Herr Rechtsanwalt Dr. Götte wird die Neufassung der HOAI in rechtlicher Hinsicht beleuchten. Die Novellierung betrifft unmittelbar die wirtschaftlichen Grundlagen unseres Berufsstandes.
Referent: Honorargutachter Herr Seifert
Coreferent: Rechtsanwalt Herr Dr. Götte
Veranstaltungsort: Treffpunkt Architektur Herrnstrasse 3, 97070 Würzburg
Datum: Donnerstag, 2.4.2009 um 19.00 Uhr.

Chancen und Risiken der Neufassung der HOAI
Am 23. März wurde der Fachöffentlichkeit ein neuer Referentenentwurf für eine Neufassung der HOAI vorgestellt. Bis zum 9. April wird den Kammern und Verbänden die Möglichkeit einer Stellungnahme eingeräumt. Die Politik ist fest entschlossen, die Neufassung der HOAI noch in dieser Legislaturperiode zu beschließen.
Welche Neuregelungen ergeben sich aus diesem Referentenentwurf? Neben der erwarteten Tafelerhöhung gibt es zahlreiche Neuregelungen. Verschiedenen Vorschriften fallen weg. Eine solche HOAI bietet Chancen, allerdings auch erhebliche Risiken.

8. Internationaler Architekturworkshop in Würzburg

Vom 26.07.09 – 11.08.09 findet in Würzburg wieder der internationale Architekturworkshop statt. Das Thema ist diesmal das sogenante AKW-Gelände in der Frankfurter Straße. Mehr Infos und Anmeldung unter www.wuerzburg-workshop.de

Konjunkturpakete: Bauqualität darf nicht auf der Strecke bleiben

Pressemitteilung der Bayerischen Architektenkammer:
Der Vorstand der Bayerischen Architektenkammer hat in seiner Sitzung am 11. März die Verabschiedung der jüngsten Konjunkturpakete durch die Bayerische Staatsregierung ausdrücklich begrüßt. Der Berufsstand erhofft sich dadurch deutliche und kurzfristig wirksame Impulse für die Planungs- und Baubranche.
„Trotz der gebotenen zügigen Umsetzung der Maßnahmen darf die Qualität dabei nicht auf der Strecke bleiben“, so der Präsident der Bayerischen Architektenkammer, Dipl.-Ing. Lutz Heese, im Anschluss an die Sitzung. Architekten, Innenarchitekten und Landschaftsarchitekten sind bereit und in der Lage, hochwertige Planungsleistungen zu erbringen, die die Grundvoraussetzung für qualitätvolles Bauen bilden – sei es in der Ausführung oder in der Gestaltung. Besonderes Augenmerk muss dabei auf die Nachhaltigkeit der Planungen gelegt werden. Dabei spielen z. B. Fragen der Energieeffizienz eine wesentliche Rolle. Gerade in der augenblicklichen wirtschaftlich angespannten Situation kommt es darauf an, dass sich nicht nur die Herstellungs-, sondern vor allem auch die Betriebskosten für Neubauten in einem angemessenen Rahmen bewegen. Nur dann ist gewährleistet, dass die bereit gestellten Steuergelder das Ziel einer gezielten Förderung der Wirtschaft auch langfristig erreichen.
Dabei spielt auch die optimale Nutzung der vom Gesetzgeber bereitgestellten Vergabeverfahren durch die öffentliche Hand eine wichtige Rolle: Die Dringlichkeit der invesitionsfördernden Maßnahmen rechtfertigt in aller Regel eine Verkürzung der Vergabefristen. Dass die von der Bayerischen Staatsregierung beschlossenen Beschleunigungen für alle Auftragsvergaben des Freistaats und der Kommunen gelten, ist aus Sicht der Architektenschaft besonders zu begrüßen, wirkt sich doch ein deutlich verkürzter Verfahrensablauf erfahrungsgemäß positiv auf die Investitionstätigkeit aus. Der Kammerpräsident betont in diesem Zusammenhang auch, dass die zügige Abwicklung von Vergabeverfahren nicht auf Kosten der Transparenz gehen darf: „Qualitätssicherung bedeutet auch, dass ein Mindestmaß an Wettbewerb sichergestellt sein muss. Durch die Mindestanforderungen, die die Bayerische Staatsregierung in dieser Hinsicht auch an beschränkte Ausschreibungen stellt, liegen hierfür geeignete Voraussetzungen vor.“

Bauskandal in Würzburg von 1810 endlich aufgedeckt

(Achtung Satire):

Durch die Sensibilisierung für das homogene Würzburger Stadtbild der »Phantastischen Vier« (VVW, Arbeitskreis Studierende für Denkmalschutz, Heiner-Reitberger-Stiftung, ringpark-in-gefahr) haben wir endlich wahrgenommen, dass der Mannheimer »Revolutionsarchitekt« Peter Speeth bereits im Jahre 1810 in der Burkharder Straße eine riesige Bausünde in Würzburg begangen hat. Bei dem Bau des »Frauengefängnisses« hatte er doch tatsächlich die Frechheit besessen den vorherrschenden Barock abzulehnen und auch noch zeitgemäß im Stile der »sprechenden Architektur« (architecture parlante) zu bauen. Diese bezog sich auf eine Rückbesinnung zu den klaren Formen der Antike und bezeichnete die Barockarchitektur als »ausschweifend und überladen«.

Wir fordern deshalb die Stadt Würzburg auf, das Gebäude an die Traufhöhe der Nachbarbebauung anzupassen (2 Stockwerke abbrechen) und die restliche Fassade nachträglich barockisieren zu lassen. Auch auf die Gefahr hin, dass dieses Gebäude aus den Geschichtsbüchern verschwinden würde.
Die Finanzierung geht natürlich auf Kosten des Stadtsäckels.

„Brauchen keine Schlaumeier“ ———————————– Tricyan Tower: CSU und OB weisen Kritik zurück

hier ein Artikel aus dem Volksblatt vom 04.03.09:
Würzburg

(pw)

Die CSU wehrt sich gegen die Kritik des Verschönerungsvereins (VVW) an den Plänen für das neue Hochhaus in der Augustinerstraße. „Guten Morgen, Würzburg“, sagte CSU-Fraktionschef Thomas Schmitt am Montag in der Sitzung des Hauptausschusses. Für den „Tricyan Tower“, den geplanten Nachfolger des maroden städtischen Ämterhochhauses, sei nach gültigen Beschlüssen des Stadtrats „die Messe längst gelesen“, so Schmitt.

Der CSU-Chef wehrt sich dagegen, dass durch den Verschönerungsverein in der Öffentlichkeit „der Eindruck erweckt wird, der Stadtrat habe nicht sauber gearbeitet“. Das städtische Ämtergebäude aus dem Jahr 1930 wurde wegen akuter Einsturzgefahr vor vier Jahren geräumt und mit Gerüsten abgesichert. Im Mai 2007 beschloss der Stadtrat den Abriss. Der Investor „Informica Real Invest“ aus Reichenberg gewann mit seinem Entwurf für den Neubau einen Architektenwettbewerb. Zuletzt wurde im Stadtrat über die äußeren Maße des Neubaus diskutiert und die Höhe mit 33,90 Metern festgelegt.

Dagegen will sich der VVW mit allen legalen Mitteln zur Wehr setzen. Der Vorsitzende Professor Stefan Kummer legte Fotomontagen vor und kündigte rechtliche Schritte und ein Bürgerbegehren an, sollte der Stadtrat seine Beschlüsse nicht rückgängig machen (wir berichteten). Die Hochhaus-Gegner befürchten durch das Gebäude, das „wie ein abgebrochener Riese“ wirke, schweren Schaden für die von Kirchtürmen und Walmdächern geprägte Silhouette der Altstadt.

Der VVW dürfe sich zwar „bei jeder Ecke und Kante einbringen, aber wir müssen die Entscheidungen politisch verantworten“, hielt Thomas Schmitt dagegen. Auch der Grünen-Fraktionschef Matthias Pilz fühlt sich an die Stadtrats-Entscheidungen in Sachen „Tricyan-Tower“ gebunden.

Die Äußerungen fielen in der Diskussion um die „Kommission für Stadtbild und Architektur“ am Montag im Hauptausschuss. Oberbürgermeister Georg Rosenthal wurde deutlich, ohne sich allerdings konkret auf das Thema Augustiner-Hochhaus oder den VVW zu beziehen: Man brauche keine „Schlaumeier“, die gültige Entscheidungen des Stadtrats hinterher wieder rückgängig machen wollten, so Rosenthal.

»Provinz auf Weltniveau« diesmal in Berlin

Hier ein Artikel der Autorin Urlusa Baus mit dem Titel: Banalität in Berlin

Bild: Urlusa Baus

Glückliche Jurymitglieder sehen anders aus – wen wundert’s? Ein unwürdig eng gefasster, weltweit ausgelobter Wettbewerb, an dem sich kaum 10 Prozent der in Frage kommenden Architekten beteiligten, und eine vorwiegend konservativ besetzte Jury ließen keine bemerkenswerten Architekturentwürfe erwarten. Erstaunlich, dass ein intelligent konzipiertes, vielseitiges und ästhetisch reizvolles Projekt überhaupt gesichtet wurde – praktisch wurde es als »Sonderpreis« entsorgt. Statt dessen bekommt Berlin neben rekonstruierten Fassaden eine mediokre Versicherungsarchitektur, die banaler und biederer nicht hätte ausfallen können. Ursula Baus kommentiert ein beschämendes Wettbewerbsergebnis.

>>   Zum Beitrag

Provinzdebatte – Zur Architektur und der Auszeichnung „Provinz auf Weltniveau“

Hr. Dieter Schneider (buena la vista) schrieb zum Artikel von Matthias: „»junge architekten in der provinz« – Wenn Wü nicht Provinz ist, was ist es denn dann – Architektur-Metropole etwa? Das Konzept funktioniert nur mit einem Schuss Selbstironie, Mut und Selbstvertrauen. Wer das nicht aufbringt sollte es lassen und nix machen. Darin hat Würzurg ja Erfahrung;-) Mal im Ernst: Gibt es Weltklasse Architektur in Wü, außer Balthasar Neumann?

Lieber Hr. Schneider, ich glaube ihr Kommentar zeigt jetzt auch das zweite Problem neben den „Provinzbegriff“, und zwar die „Weltklasse“.

Selbst damit anzugeben klingt vermessen und erspricht nicht gerade unserm fränkischen Gemüt. Das erinnert mich an „Dittsche“ (alias Olli Dittrich) der zu seinem Imbisswirt beim Bier holen gerne mal sagt „…Mensch Ingo, dass ist eine Weeeltidee!!!“.

Muss es denn wirklich gleich Weltniveau sein?

Zur Architektur: In Würzburg gab es auch noch andere Architekten außer Balthasar Neumann, die es geschafft haben hier etwas hinzustellen, was außerhalb der Stadtgrenze positiv aufgefallen ist (was in dieser Stadt nicht so ganz einfach ist).

Wir hatten noch einen Antonio Petrini (Juliusspital 1701) der den fränkischen Barock eingeführt hat, und einen Peter Speth (Frauengefängnis 1810, jetzt Cafe Cairo) zur Zeiten der Revolutionsarchitektur. Im Jahre 1927 – noch vor der Werkbundausstellung am Weißenhof in Stuttgart – wollte Peter Feile das erste Wohnhaus mit Flachdach in Bayern bauen, was aber leider die Regierung von Unterfranken verhindert hat. 1928 durfte er dann doch an der Keeburgstraße erstmals im Stil der Neuen Sachlichkeit bauen.

In jüngster Zeit sind mit dem Kulturspeicher, dem Heizkraftwerk (Brückner Brückner) und dem Weingut am Stein (hofmann keicher ring) Bauwerke entstanden, die mit einigen Architekturpreisen ausgezeichnet wurden und in zahlreichen nationalen und internationalen Bauzeitschriften veröffentlicht wurden.

Lesen Sie doch z.B. mal die Novemberausgabe des Reisemagazins „Geo Saison“. Hier gibt es den Artikel von Kerstin Schweighöfer: „Im Land der fliegenden Bauten.“

Zitat: „Deutsche Bauschau. Die deutsche Architektur hebt ab, aus kühnen Entwürfen sind Sehenswürdigkeiten geworden. Gehen Sie mit uns auf eine Reise zu neuen Meisterwerken der Architektur, von der Kappelle bis zum Showroom, vom Weingut bis zur Sprungschanze. …“

Zur Auszeichnung: „…Selbstironie, Mut und Selbstvertrauen“ in aller Ehren, aber muss ich mir unbedingt vorher selbst in die E… treten um dann einen positiven Effekt zu haben wenn der Schmerz endlich nachlässt?

Es stimmt zwar dass wir hier jede Menge Kleingeister in Stadt haben die provinzielle Ansichten vertreten, aber müssen wir damit auch noch angeben?

Ich würde vorschlagen eine Art von Preis ins Leben zu Rufen der den Titel „Provinz auf Weltniveau“ trägt. Hierfür würde es jede Menge Kandidaten (auch in allen Politischen Parteien) geben die diese Auszeichnung verdient hätte.

Außerdem sollte die Werbekampagne der Würzburg AG hierfür gleich mal nominiert werden vor allem für die „Pi-Wurst“ und den Spruch „Zuckerrüben und Kaviar“ … also für das Weltniveau der Kampagne ;-)