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Städtebaulicher Ideenwettbewerb Brunostraße Würzburg

Bild: Hetterich Architekten

Am 02.10.09 wurde der geladene Wettbewerb  mit dem Titel »STÄDTEBAULICHER IDEENWETTBEWERB ALS KOOPERATIVES VERFAHREN – RAUM FÜR NEUES WOHNEN: BRUNOSTRASSE EIN PROJEKT DER STADTBAU WÜRZBURG« entschieden.

Den ersten Platz teilen sich das heimische Büro Hetterich Architekten zusammen mit Stefan Forster Architekten aus Frankfurt. Ein dritter Preis ging an G.A.S. Sahner Architekten aus Stuttgart. LP10 grautuliert.

Die Ausstellung der Arbeiten wird mit der Preisverleihung am 14. Oktober 2009 um 11.00 Uhr in der Michelstraße 1, 97082 Würzburg eröffnet.

Ein »kleines Plädoyer« für eine »kleine Kulturinstitution«

Montage: Matthias Braun

Ein »kleines Plädoyer« für eine »kleine Kulturinstitution«

Auferstanden ist durch den Abriss des Gebäudes in der Karmelitenstraße und den einhergehenden Grabungsarbeiten ein Stück Würzburger Kultur aus der Stauferzeit, was einige Archäologen und Kunsthistoriker erfreuen wird -  verschwunden ist dabei leider auch ein Stück Würzburger Kultur der Gegenwart: der Propeller. Und das macht Würzburg um einiges trister. 

Leider verzögert sich die Neueröffnung des Kultladens an anderer Stelle, woran straffe Auflagen der Stadt wohl nicht ganz unschuldig zu sein scheinen. Dabei stünde es einer Stadt wie Würzburg ganz gut zu Gesicht auch die junge Kultur, manche mögen es »Subkultur« nennen, zu fördern, statt ihr Steine in den Weg zu legen. Gerade in einer Zeit, in der endlose Debatten über die »Provinzialität« oder das »Weltniveau« Würzburgs geführt werden. Reicht es noch nicht, dass das Autonome Kulturzentrum geschlossen ist oder dass das letzte Programmkino (Corso) bald von der Bildfläche verschwinden wird? Würzburg wirbt damit eine lebendige Universitäts- und Studentenstadt zu sein. Doch das Angebot für die Studierenden (und nicht nur für diese!) an alternativen Clubs oder Kultureinrichtungen ist eher begrenzt, außer man ist Anhänger der fränkischen »Weinfestlekultur«. Da wird es mit den Auflagen nicht ganz so eng gesehen, so erweckt es man manchmal den Eindruck.

Jetzt kann man natürlich trefflich darüber streiten, ob es nicht etwas zu hoch gegriffen ist, den Propeller als »kleine Kulturinstitution« zu bezeichnen. Ich wage zu behaupten: Nein. Natürlich war der Propeller in erster Linie eine Kneipe oder Club. Aber er war auch mehr. Der minimalistische »Low Budget« Style war einzigartig und paßte sogar nicht in das »Provinzstädtchen«. Die Wände waren von nicht unbekannten Graffiti-Künstlern verziert. Neben guten DJs, die im Propeller auflegten, gab es auch eine Konzertreihe, in der sich regionale und überregionale Künstler präsentieren konnten. Während des Hafensommers 2008 stellte der Laden eine gern genutzte Anlaufstelle für die weit gereisten Künstler nach ihren Konzerten dar, die im Propeller die für Würzburg ungewöhnlich lockere Atmosphäre genossen. Und nicht zu vergessen, der bunte Besuchermix: Schülern, Studenten, Musiker, Angestellte, Grafiker, Azubis, Ärzte, Rechtsanwälte, Handwerker, Künstler, normale Leute, einige wenige gestörte Leute, Architekten…und, und, und, waren in allen Altersklassen vertreten. Wenn das nicht Kultur und Vielfalt ist, die heutzutage aller Ortens gepredigt wird, was bitte dann?

Auferstanden aus Ruinen? Ist Würzburg zum Glück! Und der Zukunft zugewandt? Da habe ich, wie das »kleine« Beispiel der »kleinen Kulturinstitution« zeigt, so manchmal meine Zweifel.

P.S.: Es soll bitte nicht der Eindruck entstehen, dass eine besondere Affinität zur Nationalhymne der ehemaligen DDR oder deren Ideologie besteht. Die beiden Textzeilen boten sich lediglich besonders gut als Aufhänger für diesen Artikel an.

Gut geplant!

Bilder: M. Marrach

Das Gerüst des s. Oliver-Flagshipstores am Marktplatz wurde am Samstag abgebaut. Nun kann man sich bereits ein städtebauliches Bild des Neubaus von RKW machen. Wir finden ihn sehr gelungen und mal richtig »städtisch«. Besonders die Tatsache, dass sich speziell für die Freunde des »Würzburger Barock«,  die Zwiebeltürme oder die Kuppel des Neumünsters in den Glasflächen des »Monitors« wiederspiegeln. Eine gelungene Überlagerung zwischen Historisch und Modern.

Es tut sich was…

Fotos: Matthias Braun

Ein-Euro-Shops, Billigbäcker und Co. sind die eine Seite, doch zum Glück hat bzw. bekommt Würzburg noch ein anderes Gesicht. Noch etwas versteckt in den kleinen Gassen Würzburgs, aber dennoch nicht unauffindbar, entwickelt sich eine neue Ladenszene in Würzburg, die man bisher nur aus den sog. »Großstädten« wie Berlin, Hamburg, München etc. kannte. Endlich…tut sich was, dem totalen Mainstream wird  Einhalt geboten. Das sind Shops, die nicht mehr gepimpt werden müssen, sondern die Vorbild für andere sein sollten. Endlich… eine Antwort auf Leerstand und den gewohnten langweiligen Einheitsbrei, den die verschlafene Würzburger Geschäftswelt sonst anzubieten hat. 

Hier eine kleine Zusammenstellung:

Herr Pfeffer: Hervorgegangen aus der Artkollision, die auch schon einmal im Treffpunkt Architektur zur Gast war, bieten Julia Bruns und Missmanou, die ebenfalls beim Südwild-Gastspiel in Würzburg zu sehen war und die wir kurz am Südwild-Bus kennen lernen durften, in Ihrem Laden Kunst und Design an. Das Artkollision-Konzept wird insofern beibehalten, dass die beiden Ladeninhaberinnen ihre eigenen Sachen verkaufen und im Wechsel die Produkte von jeweils 11 anderen Künstlern/Designern.

Herr Pfeffer, Büttnerstrasse 13, 97070 Würzburg, Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-19 Uhr, Sa 11-16 Uhr

Termine: Eröffnung mit Brunch am 01.08.2009 ab 11.00 Uhr

21qm – Ästhetikkaufhaus: Wo früher einmal Fisch verkauft wurde, was noch an den wandhoch gefliesten Wänden abzulesen ist, wandert nun allerlei Kunst/Mode/Design/KrimsKrams über die Ladentheke von Nadja und Christel. Von außen coole 70er/80er Optik, innen stylischer OP-Kachel Look.

21qm – Ästhetikkaufhaus, Kärrnergasse 9, 97070 Würzburg, Öffnungszeiten: Di-Sa 13-20 Uhr 

Termine: Sommerloch-Party zusammen mit fennkonzept am 07.08.2009 im Pleicher Hof

fennkonzept: Den Laden hat LP10 noch nicht persönlich besucht, wird aber nachgeholt. Muss aber auch gut sein…

fennkonzept, Pleicherschulgasse 8-9, 97070 Würzburg, Öffnungszeiten: Di-Fr 10-17 Uhr

LP10 wünscht allen Jungunternehmerinnen viel Erfolg, Spaß und gute Umsätze!

P.S.: In den Reigen dieser Meldungen passt auch, dass der Propeller ab 01.10. wieder rotieren soll und seine Passagiere zum ein oder anderen Absturz einlädt. Wo? Das zählt wohl neben der Rezeptur für Coca Cola und Mexicaner zu den am besten gehütetsten Geheimnissen der Welt…

ulm vs. frankfurt

Quelle: architekturgalerie am weißenhof Stuttgart

In Frankfurt am Main -  und damit in einer der Städt Deutschlands, die sicherlich am ehesten oder am häufigsten mit dem Adjektiv dynamisch geschmückt wird-  wird die Wiederherstellung eines mittelalterlichen Parzellenblockes am Römer geplant, wobei die  Diskussion, was dabei ab 2010 enstehen soll, derzeit von »neuer Altstadt« bis Totalrekonstruktion der Bebauung vor 1944 reicht.

In Ulm – und damit einer Stadt die mit der man vielleicht viel eher das Thema Mittelalter denn Dynamik verbinden würde – wurde der Diskurs zur Neuverdichtung der Innenstadt um das bekannte Münster kürzlich  wohl ganz anders und mit einem erstaunlichen Bekenntnis zur zeitgenössischen Architektur abgeschlossen. Die Nachkriegsschneisse soll dort mit einer »Perlenketten« neuer moderner Gebäude geschlossen werden.

Die architekturgalerie am weißenhof in Stuttgart stellt in einer Ausstellung vom 17. Juni bis 13. September 2009 im Rahmen des Zyklus »Zeitenwende« Projekte und die Diskussionen um beide Innenstädte vor, wobei der Schwerpunkt nicht nur auf die Projekte als solche gelegt wurde, sondern vor allem auch auf die Kultur des Diskurses, auf deren Basis sich entwickeln soll und muss, was als Gebautes die Stadtbilder später prägen soll.

Ort: architekturgalerie am weißenhof, Am Weißenhof 30, 70191 Stuttgart
Öffnungszeiten: Die bis Sa 14.00 – 18.00 Uhr, So 12.00 – 17.00 Uhr
Eintritt: frei

Ulm vs. Frankfurt… und wo steht Würzburg? … nicht nur im Diskurs sondern gerade in der Kultur des Diskurses?