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Hommage an Jan Kaplicky / Future Systems

Internationales Symposium und Filmvorführung / 4-7.Dezember 2009 in Wien

In den vergangen Jahrzehnten hat das Architekturbüro Future Systems aus London beständig Architektur und Design erfrischend neu und weiter gedacht. Ihrer Zeit waren und sind die Entwürfe weit voraus. Die realisierten Beispiele in ihrer Zahl zwar überschaubar, haben in  ihrer Qualität aber in jedem Fall den Maßstab der Beurteilung verschoben haben.

Überraschend verstarb am 14. Januar 2009 Jan Kaplicky am Tag der Geburt seiner Tochter, Johanna in Prag. Es war die Periode seines Lebens, in der er intensiv um die Realisierung seines siegreichen Entwurfes für dir neue Nationalbibliothek in Prag gekämpft hat. Nachdem er 1968 über Wien nach London emigriert ist, hat er sich in den letzten Jahren seines Lebens entschlossen sich seinem Heimatland intensiver zu widmen und auch da Projekte zu entwickeln.

Organisiert wird das Symposium von David Pasek, der vor kurzem über LP10 eine Radiosendung gemacht hat, und von Helmut Weihsmann, Architektur- und Filmtheoretiker.

Gäste / ExpertInnen:

aus London: Ivan Margolius – www.margolius.co.uk,  Architekt, Autor und Architekturexperte

aus Prag Eliška Kaplická Fuchsová – www.simplycinema.cz, Produzentin der beiden Dokumentarfilme und Jakub Wagner Regisseur des Dokumentarfilmes »Profil« (2004)

aus Wien Mascha Veech-Kosmatchov – www.veech-vma.com, Architektin in Wien – studierte bei Jan Kaplicky.

>mehr zum Programm

Es werden auch zwei Radiosendungen von Architekturradio »a palaver« produziert, die am Montag, den 07.12.2009, und am Montag, den 03.01.2010, auf Radio Orange 94.0 live ausgestrahlt werden bzw. danach als mp3/stream verfügbar sind.

>a palaver architekturradio

>radio orange 94.0

Stadtgespräch – »Linie 6 – Volle Fahrt voraus?«

Am Mittwoch, den 25.11.2009, findet um 19.30 Uhr im Rahmen der »Stadtgespräche« eine Diskussionsrunde zur geplanten Straßenbahnlinie 6 statt:

»Residenz-Passage, Schwarze Promenade, Ringpark – Die Trassenführung der geplanten neuen Straßenbahnlinie 6 wirft viele Fragen auf. Diese und andere Aspekte wird das Stadtgespräch aufgreifen. Mit dabei sind: Thomas Schäfer (WVV), Heiko Brückner (Regierung von Unterfranken), Stefan Kummer (Verschönerungsverein) und der Straßenbahn-Experte Thomas Naumann (früher Verkehrsministerium). Die Moderation hat Andreas Jungbauer von der Main-Post-Lokalredaktion.«

Veranstaltungsort: Saalbau Luisengarten, Martin-Luther-Str. 1, Würzburg

Veranstalter: Schröder Haus Würzburg und MAIN-POST

 Der Eintritt ist frei!

Auch LP10 hat sich bereits mehrfach des Themas angenommen:

>Die neue Linie 6

>Strabalinie 6 vs. Residenz Würzburg

>LGS 2016 in Bayreuth

Ausstellung zur aktuellen Nachkriegsarchitektur-Diskussion

Modellfoto städtebauliche Planung Heuchelhof, Würzburg, 1975

Passend zur derzeitigen Debatte in Würzburg über den Nachkriegsstädtebau und die Nachkriegsarchitektur findet im Deutschen Architekturzentrum in Berlin eine Ausstellung des Bundes Deutscher Architekten zum Thema statt. Im Gegensatz zur Würzburger Diskussion, die sich auf die Architektur der 50er und teilweise 60er Jahre begrenzt, umfasst das Spektrum der Ausstellung auch die 70er und 80er Jahre. Ein sehr wichtiger Aspekt, wie ich meine, denn die Nachkriegsarchitektur kann man nicht auf einen gewissen Zeitabschnitt beschränken, wie es durch einige Institutionen hier in Würzburg gemacht wird, nur weil man anscheinend gewisse Vorlieben zu haben scheint. Für eine umfassende Betrachtung muss man auch die nachfolgenden Jahrzehnte in den Diskurs mit einbeziehen. Denn die Entwicklung geht bis in die Gegenwart weiter:

IN DER ZUKUNFT LEBEN

Die Prägung der Stadt durch den Nachkriegsstädtebau

»Städte sind immer im Wandel begriffen, sie repräsentieren in ihren urbanen Strukturen unterschiedliche Zeitschichten. Die Ausstellung IN DER ZUKUNFT LEBEN porträtiert Stadtsituationen, die charakteristisch für den Nachkriegsstädtebau in Ost und West sind. Bilddokumente, Interviews und Filme eröffnen einen Blick auf die ursprüngliche Planung sowie die Veränderungen bis heute und zeichnen die kulturelle Identität dieser städtischen Räume nach. Vorgestellt werden die Rheinstraße in Darmstadt und die Prager Straße in Dresden, die als innerstädtische Achsen die Stadtentwicklung prägen, die Großsiedlungsbauten in Halle-Neustadt und Bremen-Neue Vahr sowie Suhl im Thüringer Wald und Friedrichshafen am Bodensee als Beispiele für die Nachkriegsarchitektur in mittelgroßen Städten.«

Ausstellung im DAZ, Berlin

noch bis zum 22.11.2009, zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen

>zur DAZ Seite

P.S: Vielen Dank an Franziska für das Foto

Netzwerktreffen in Regensburg

Am Freitag, den 20.11.2009, findet das diesjährige Netzwerktreffen der Architektengruppierungen Bayerns in Regensburg statt. Veranstalter ist der Architekturkreis Regensburg. Natürlich ist auch LP10 eingeladen. Vorgesehen ist folgender Programmablauf:

  • 11:00 Uhr Treffpunkt Altes Rathaus, Stadtführung ca. 1,5 h
  • 12:30 Uhr Mittagessen
  • 13:30 Uhr Diskussion und Austausch der Netzwerkgruppen untereinander.
  • geplantes Ende ca 16:00 Uhr/16:30 Uhr

Wenn es terminlich bei mir klappt, würde ich hinfahren. Wer Lust hat mitzufahren, soll es einfach als Kommentar bloggen. Letztes Jahr fand das Treffen in Kempten statt und war sehr interessant und nett (auch die Allgäuer Kässpatzn waren sehr lecker!).

Nachlese Podiumsdiskussion

Foto: J. Königer

Etwas an gewohnter »Schärfe« vermisste man fast schon bei der gestrigen Podiumsdiskussion im ehemaligen Mozart-Gymnasium zum Thema »Was wird aus dem Nachkriegs-Würzburg?«, wie obiges Foto zeigt. Die Veranstaltung hatte beinahe den Charakter von »Koalitionsverhandlungen« und man hätte den Eindruck gewinnen können, als habe es niemals großartige Differenzen bei den unterschiedlichen »Lagern« in der Betrachtungsweise und im Umgang mit der Stadt gegeben.

Aber vielleicht ist das auch gut so, nachdem sich die Lage in den letzten Monaten und Jahren zusehends »verschärft« hatte. Wenigstens sitzt man jetzt wieder gemeinsam an einem Tisch und spricht in einem vernünftigem Ton miteinander. Das ist das Positive, was man aus diesem Abend mitnehmen kann. Die Zukunft wird zeigen, ob es dabei bleiben wird oder ob es nur die Ruhe vor dem Sturm ist.

Urban Hacking

Würzburger Marktplatz mit Wachturm als temporäre Installation, Idee + Montage: Matthias Braun

Zum Umgang mit öffentlichem Raum

Aus aktuellem Anlass möchte ich zum Thema »Urban Hacking« ein paar Zeilen schreiben. Am Dienstag fand im Treffpunkt Architektur ein sehr guter Vortrag mit dem Titel »Orte Plätze Räume – vom Umgang mit der Stadt« statt. Bei diesem ging es vor allem um die Neuplanung von öffentlichen Plätzen auch unter der Einbindung von Kunst im öffentlichen Raum. Ende Oktober findet in München die »STROKE.01 – Urban Art Fair Munich« statt. 

Mit dem Begriff »Urban Hacking« werden künstlerische Interventionen im öffentlichen bzw. städtischen Raum bezeichnet. Zu dem Spektrum gehören Installationen, Werbeumgestaltungen, Streetart, Flashmobs u.s.w. Die kritische Auseinandersetzung mit Thema öffentlicher Raum und den damit verbundenen Fragestellungen gewinnt in letzter Zeit immer mehr an Bedeutung. Wem gehört öffentlicher Raum? Wo sind die Grenzen zwischen öffentlichem, »halböffentlichem« und privatem Raum?  Was passiert im öffentlichen Raum – welchen Nutzen, welche Chancen bietet er? Inwieweit darf bzw. soll öffentlicher Raum überwacht werden?…

In Städten wie Wien oder Zürich gibt bereits es eine rege öffentliche Diskussion zu diesem Thema. So fand jüngst in Wien ein Kongress im Museumsquartier Wien statt: Urban Hacking – Paraflows 09. Die Stadt Zürich veranstaltet im November ein Symposium mit dem Titel »Ruhestörung – Über die Wirkung zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum«. Bemerkenswert ist dabei, dass die Stadt Zürich ein erhebliches Potential in der Kunst im öffentlichen Raum für die Vermarktung der Stadt sieht:

»…In dem Symposium «Ruhestörung» soll daher auch erörtert werden, wie und auf welche Weise eine Stadt und ihre Bevölkerung von Kunst im öffentlichen Raum profi tiert und weshalb gerade markante Projekte zu einem zeitgemässen Markenzeichen Zürichs werden können – einer Stadt, die sich in einer städtebaulich zukunftsorientierten, permanenten Entwicklung befindet. Fünf konzentrierte Kurzvorträge aus berufener künstlerischer wie theoretischer Sicht und zwei hochkarätig besetzte Podiumsgespräche werden hierfür ein angemessenes und spannendes Forum schaffen…«

Mehr zum Thema:

Symposium »Ruhestörung«, 07. November 2009, 09.00 – 17.45 Uhr, Kongresshaus Zürich, CH

http://www.ruhestoerung.info/

oder bei:

http://www.paraflows.at/

Was wird aus dem Nachkriegs-Würzburg

Am 14.10.2009 findet um 20.15 Uhr eine Podiumsdiskussion in der Aula des ehemaligen Mozartgymnasiums in Würzburg statt. Mit dabei sind Vertreter aus den Bereichen Stadtplanung, Architektur, Kunstgeschichte und Denkmalpflege:

  • Dr. Rembrant Fiedler, Landesamt für Denkmalpflege

  • Christian Baumgart, Stadtbaurat der Stadt Würzburg

  • Dr. Hans Steidle, Stadtheimatpfleger

  • Professor Dr. Stefan Kummer, Kunstgeschichte, Universität Würzburg

  • Gabriele Scholder, Architekturbüro Stadt + Raum Würzburg

Die Diskussion wird von Eberhard Schellenberger, Bayer. Rundfunk, moderiert.

»Das Stadtbild des alten Würzburg ist unwiderbringlich verloren und ist nur bruchstückhaft in den geschützten Monumenten restauriert oder rekonstruiert. Das neue Stadtbild ist durch die verschiedenen Phasen der Nachkriegsarchitektur geprägt.
Im öffentlichen Diskurs war bislang der Vergleich mit dem »alten, untergegangenen Würzburg« vorrangig, oft mit einer negativen Wertung der heutigen Situation verbunden.
Andererseits ist die Wiederaufbauphase von 1945 bis 1965 wiederum Geschichte und die Architektur des Wiederaufbaues durch Umbauten und Neubauten in Frage gestellt.
Bislang gilt jedoch diese erste Phase konservativen und modernen Bauens in Würzburg nicht als schützenswertes Ensemble oder als zu erhaltendes Denkmal, selbst wenn die Objekte in die Denkmalliste eingetragen sind.
Die Diskussion soll das Bewusstsein für den vielschichtigen Baucharakter Würzburgs schärfen und zu einer Sensibilisierung im Umgang mit dem vorhandenen Stadtbild beitragen.«

Musikalischer Rahmen:
Mr. Clarino Matthias Ernst
Bernhard von der Goltz

Eintritt frei!

> Würzburger Veranstaltungskalender

Urbane Landwirtschaft

Sehen so unsere zukünftigen städtischen Mitbewohner aus?

Zeichnung: Matthias Braun

LP10 hat den Trend ja schon lang erkannt: Ob die visionäre Umnutzung des halb fertigen Hotelturms in Würzburg zum vertikalen Stadtbauernhof – vorgestellt im LP10-Film – oder die Konvertierung von städtischen Brachflächen im Neuen Hafen zu Weideflächen für Nutztiere. Anfangs belächelt wird dieses Thema in letzter Zeit immer häufiger diskutiert. Und zwar ernsthaft. 

So auch in Weißenfels an der Saale. Ich habe die Stadt persönlich während eines Kolloquiums für einen Fassadenwettbewerb kennen gelernt, der im Rahmen des IBA Stadtumbaus 2010 stattfand. Und das Bild, das die Stadt abgab war erschreckend. Leerstand und Brachflächen ohne Ende. Ein Problem mit dem viele Städte vergleichbarer Größe im Osten zu kämpfen haben und für das ganz neue Lösungsansätze gefunden werden müssen.

So haben sich die beiden Architekturabsolventen Moritz Ahlert und Robert-Christian Friebe von der Universität der Künste in Berlin, Gedanken zu diesem Thema gemacht und sehen als eine Strategie die Einführung einer urbanen Landwirtschaft an.

WSF2050 – Stadtvision Weißenfels – Urbane Landwirtschaft

»Unter dem Leitbild der Urbanen Landwirtschaft bündeln die beiden Architekturabsolventen Moritz Ahlert und Robert-Christian Friebe Universität der Künste Berlin vorhandene Potentiale zu einem Handlungsansatz, der insbesondere die Weißenfelser Kernstadt zu einem attraktiven Lebensraum umgestaltet. Die Zukunftsvision beinhaltet eine Verdichtung des Stadtbildes durch landwirtschaftliche Nutzung städtischer Brachen sowie die Stärkung des Weißenfelser Images als »Gründe Stadt an der Saale«. Ein Gebäudeentwurf am Saaleufer führt alle Aspekte architektonisch zusammen.«

Das ganze ist in einer Ausstellung mit Rahmenprogramm vom 14.09.2009 bis 10.10.2009 in der Burgstraße 1 in Weißenfels zu sehen.

mehr zum Thema:

> http://wsf2050.blogsport.de/

DMY 2009

Das DMY International Design Festival Berlin findet in diesem Jahr von Mittwoch, den 3. Juni bis Sonntag, den 07. Juni statt. Über fünf Tage hinweg lädt es Designer, Fachpublikum und Interessierte verschiedener Nationen zu Ausstellungen, Lectures, Panel Talks, Workshops, Performances und Parties ein. Zu den Ausstellungen der über 550 teilnehmenden Designern werden über 30.000 internationale Besucher erwartet. Die offizielle Eröffnung des Festivals findet am 3. Juni um 20h mit der Ausstellungseröffnung der DMY Youngsters in der Arena, Eichenstr. 4 in Berlin statt.

>DMY 2009

Strabalinie 6 vs. Residenz Würzburg

Weltkulturerbe Museumsinsel Berlin   Bild: Klaus Jähne (Kjunix)

Kaum steht eine Veränderung in Würzburg vor der Tür und schon klopfen die »Bedenkenträger« wieder an. Diesmal meldet sich der bislang weniger bekannte Verein »Freunde der Würzburger Residenz« zur geplanten Straßenbahnlinie 6 im direkten Umfeld seines »Vereinsmittelpunktes« zu Wort. Schwere Bedenken werden da geäußert: Öffentlicher Nahverkehr auf Schienen und Weltkulturerbe: So was macht man nicht! Das geht nicht! Das darf man nicht! Das hat`s ja noch nie gegeben…

Falsch meine Freunde, vielleicht noch nicht in Würzburg, aber sehr wohl in anderen Städten! Werfen wir doch mal einen Blick auf Berlin:

Hier rauschen Stadtbahn und IC(E)s mitten durch die Museumsinsel, ebenfalls Weltkulturerbe der UNESCO. Und? Keinen stört`s großartig. Es ist nun mal wesentliches Kennzeichen einer Stadt, dass dort auch Menschen leben (wollen), die von Punkt A nach Punkt B gelangen müssen und das am besten und umweltverträglichsten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine Stadt ist nämlich kein totes Freilichtmuseum, wie es manche »Vereinigungen« gerne hätten, sondern eine verdichtete lebendige menschliche Siedlungsform. 

Abgesehen davon, dass die Straßenbahn bereits in früheren Zeiten die Bannmeile der Würzburger Residenz durch das Oegg-Tor durchkreuzte, frage ich mich, warum sich dieser Verein eigentlich nicht an den 336 Parkplätzen vor der Barock-Ikone stört. Meiner Ansicht nach verschandelt die parkende Blechlawine auf dem Residenzplatz die Gesamtsituation wesentlich mehr als eine vorbeifahrende Straßenbahn. Auch der Fassade der Residenz würde es gut tun, wenn sie dank Straßenbahn mit etwas weniger Autoabgasen eingeräuchert werden würde. Aber es geht wieder einmal darum, erst mal dagegen zu sein.

Ich find`s jedenfalls cool mit dem ICE über die Museumsinsel nach Berlin einzufahren, das hat was. Das ist Stadt! Also mal locker machen, Würzburg…Straßenbahn und Weltkulturerbe – es geht auch miteinander!