Tag-Archiv für 'Brachflächen'

Urbane Landwirtschaft

Sehen so unsere zukünftigen städtischen Mitbewohner aus?

Zeichnung: Matthias Braun

LP10 hat den Trend ja schon lang erkannt: Ob die visionäre Umnutzung des halb fertigen Hotelturms in Würzburg zum vertikalen Stadtbauernhof – vorgestellt im LP10-Film – oder die Konvertierung von städtischen Brachflächen im Neuen Hafen zu Weideflächen für Nutztiere. Anfangs belächelt wird dieses Thema in letzter Zeit immer häufiger diskutiert. Und zwar ernsthaft. 

So auch in Weißenfels an der Saale. Ich habe die Stadt persönlich während eines Kolloquiums für einen Fassadenwettbewerb kennen gelernt, der im Rahmen des IBA Stadtumbaus 2010 stattfand. Und das Bild, das die Stadt abgab war erschreckend. Leerstand und Brachflächen ohne Ende. Ein Problem mit dem viele Städte vergleichbarer Größe im Osten zu kämpfen haben und für das ganz neue Lösungsansätze gefunden werden müssen.

So haben sich die beiden Architekturabsolventen Moritz Ahlert und Robert-Christian Friebe von der Universität der Künste in Berlin, Gedanken zu diesem Thema gemacht und sehen als eine Strategie die Einführung einer urbanen Landwirtschaft an.

WSF2050 – Stadtvision Weißenfels – Urbane Landwirtschaft

»Unter dem Leitbild der Urbanen Landwirtschaft bündeln die beiden Architekturabsolventen Moritz Ahlert und Robert-Christian Friebe Universität der Künste Berlin vorhandene Potentiale zu einem Handlungsansatz, der insbesondere die Weißenfelser Kernstadt zu einem attraktiven Lebensraum umgestaltet. Die Zukunftsvision beinhaltet eine Verdichtung des Stadtbildes durch landwirtschaftliche Nutzung städtischer Brachen sowie die Stärkung des Weißenfelser Images als »Gründe Stadt an der Saale«. Ein Gebäudeentwurf am Saaleufer führt alle Aspekte architektonisch zusammen.«

Das ganze ist in einer Ausstellung mit Rahmenprogramm vom 14.09.2009 bis 10.10.2009 in der Burgstraße 1 in Weißenfels zu sehen.

mehr zum Thema:

> http://wsf2050.blogsport.de/

Die schöne Sichtachse ……!

Ob das so gut ist? Der »schöne Blick« auf den Neubau am Marktplatz wird durch Grüntöpfe verstellt.

 

 

 

 

Illustration Adler & Olesch

nextwürzburg – neue konzepte für die stadt

Foto: Matthias Braun

Während auf der gegenüberliegenden Seite der Bundesstraße 27 noch die Konsumtempel des Kapitalismus in bunten Farben erstrahlen, zeichnet sich auf dem Gelände des ehemaligen Furnierwerks Kohl schon die nüchterne Zukunft der Post-Finanzkrise-Ära  ab. Industrielle Brachen werden wieder in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt. Die Rückbesinnung auf den primären Sektor der Wirtschaftsproduktion hat begonnen. Zurück zu wahren Werten: Die Stadt als Selbstversorger in der Krise!

Da zerbrechen sich Architekten und Stadtplaner bei der IBA Stadtumbau 2010 (internationale Bauausstellung) noch den Kopf darüber , wie man das Problem der »Shrinking Cities« (schrumpfenden Städte) in Sachsen-Anhalt bewältigen kann, sucht verzweifelt nach Lösungen und Konzepten für Brachflächen und Gebäudeleerstand – und Würzburg: zeigt wieder einmal, wo`s langgeht! Landschaften stapeln, wie es die verrückten Holländer von MVRDV mal vorgeschlagen haben, oder Visionen von vertikal organisierten landwirtschaftlichen Produktionsbetrieben – in Würzburg keine Utopie mehr. Das Pilotprojekt auf dem Kohl-Areal könnte Schule machen: Frühstückseier für Würzburg von freilaufenden Hühnern im Hochhaus am Berliner Ring, frische Champignons und Austernpilze aus den Posthallen…