Im mittlerweile 5 Jahr reiht sich der Hafensommer in den Reigen hervorragender Würzburger Festivals wie Mozartfest, Umsonst und Draußen und Afrikafestival ein.
Auch wir, LP10, ausgezeichnet mit dem »Preis für junge Kultur 2010« der Stadt Würzburg, sind dabei: Matthias Braun mit einer Kunstinstallation, Julia Roth twittert und facebooked, Manfred Ring und seine Kollegen vom Architekturbüro Hofmann Keicher Ring sind ebenso wie Thomas Leiser mit seinem Ingenieurbüro Programmförderer.
Also, wir sehen uns!
Seit dem 10. August unterhält die Zeitschrift Baumeister ein eigenes Blog und auch bei Facebook ist das Architekturmagazin, das es übrigens seit 1902 gibt, nun präsent. Warum? »Damit wird die lange Durststrecke zwischen den Monatsheften verkürzt. Dass wir täglich Tagebuch führen, wird wohl nicht gelingen, wenn die Beiträge einen gewissen Informationswert besitzen und nicht bloß die Reisebewegungen der Redakteure oder die aktuellen Außentemperaturen mitteilen sollen.«, so steht es im ersten Beitrag geschrieben. Das hört sich doch viel versprechend an. Baumeister-Chefredakteur Wolfgang Bachmann war ja erst vor kurzem in Würzburg im Rahmen der Architekturwoche A5 als Diskussionsleiter auf der schwimmenden Bühne des Hafensommers zu sehen (LP10 berichtete).
Heute Abend findet die Abschlussveranstaltung der 5. Architekturwoche des BDA (Bund Deutscher Architekten) in Würzburg statt. Thema des heutigen Abends ist UMBRUCH: Architektur-Upgrade. Schauplatz ist das Areal des Alten Hafens Würzburg, das sukzessive zu einer Kulturmeile ausgebaut werden soll. Mit Kulturspeicher und Cinemaxx ist der Anfang gemacht, die Frankenhalle auf der gegenüberliegenden Seite der Veitshöchheimer Straße soll in eine multifunktionale Veranstaltungshalle umgeplant werden. Seit vier Jahren findet das einzigartige Musik- und Kulturfestival »Hafensommer« auf der der großen Freitreppe des umgebauten Heizkraftwerks mit einer schwimmenden Bühne im Hafenbecken statt (Beginn des Hafensommers 23. Juli!). Es passiert also was. Die Stadt verändert sich. Und genau das ist auch das Thema der Veranstaltung, die folgenden Ablauf hat:
Nur eine sich verändernde Stadt lebt. Hier wird gelebt, gearbeitet, gefeiert.
Wie meistert die gemauerte Stadt die sich ständig ändernde Gesellschaft?
Änderungen werden im besten Sinne demokratisch-kritisch begleitet:
Größe, Proportion, Wirkung: Ist dies verhandelbar?
Energie, Ökologie, Ökonomie: Was bedeutet dies im Weiterbauen der Stadt?
Abbruch.Umbruch.Aufbruch: Sind dies die Jahreszeiten von Stadt?
Die historische Frankenhalle wird zurzeit in eine multifunktionale Veranstaltungshalle umgeplant. Die bestehende Atmosphäre kann bei einer Exkursion in dem seit Jahrzehnten ruhenden Ort erfahren werden. Anschließend wird auf der Schwimmbühne des Hafensommers über Tendenzen in der Stadtentwicklung diskutiert. Danach endet die A5 mit einem Fest auf der Hafentreppe.
Podiumsdiskussion mit:
Dr. Wolfgang Bachmann, Chefredakteur Baumeister, München
Prof. Gerhard Matzig, Architekturkritiker, Süddeutsche Zeitung, München
Christian Baumgart, Stadtbaurat, Würzburg
Muchtar Al Ghusain, Kulturreferent, Würzburg
Prof. Friedrich von Borries, Architekt/Stadttheoretiker, Forschung, Gestaltung und gesellschaftliche Entwicklung, Hamburg
Konzerte, Kabarett, Tanz, Kino, eine Lesung(!) mit Marianne Faithful etc.. Ein sehr vielfältiges Programm, bei dem nur eines fehlt – Mainstream. Wir freuen uns besonders auf Carolin No, die uns schon bei der Preisverleihung am 23. April ein Ständchen gespielt haben.
Vielen wird es vielleicht wie mir gehen. Ein paar Fixpunkte, die man kennt – »Ah, Fehlfarben – Paul ist tot, kein Freispiel drin! Die Hymne meiner Jugend« – aber man guckt auch ein wenig ratlos ins Programm. »Andromeda Mega Express Orchestra? Nie gehört.« Aber Web-sei-Dank nur wenige Googleminuten später ist man schlauer (und begeistert):
»Hier ist ein 20köpfiges Orchester, das unter der Leitung eines 25jährigen Berliner Komponisten ein Feuerwerk an Energie, Musikalität und Einfallsreichtum abfackelt.[…] Mit den Freunden von The Notwist verbindet das Orchester eine enge musikalische Zusammenarbeit. Gemeinsame Konzerte in Amsterdam, Hamburg und München wurden frenetisch bejubelt.« (www.andromedameo.com)
The Notwist’s »Where in this World« featuring Andromeda Mega Express Orchestra
So wird das Programm zum kulturellen Bildungsleitfaden. Also, unbedingt reinklicken: Programm Hafensommer 2010.
Nachdem sich die ganze »Würzburg. Provinz auf Weltniveau«-Kampagne immer mehr zu einer Provinzposse entwickelt, werde ich meine Installation beim Hafensommer jedenfalls hier im Blog ab sofort »umtaufen«:
Ein Quadratmeter Würzburg – Provinz auf Weldniveau.
Neueste Kommentare