Tag-Archiv für 'Humor'Page 2 of 3

Fassadensanierung »Berliner Art«

Bild: Christian Rudolph

Kürzlich entdeckt in Berlin direkt neben David Chipperfields Galerie »Am Kupfergraben 10″. Während Architekt Chipperfield bei seinem Galerieneubau noch auf konventionelle Baumaterialien wie Mauerziegel setzte, wurden bei der Fassadensanierung des Nebengebäudes ganz neue Wege beschritten. Mikrosteine aus farbigem Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat (ABS) schließen millimetergenau die Fehlstellen des beschädigten Mauerwerks und zeigen auf subtile Weise den Unterschied zwischen Bestand und nachträglicher Ergänzung auf. Eine bahnbrechende Methode, die die Arbeit der Restauratoren revolutionieren wird. Vielleicht auch schon bald an der Würzburger Residenz zu sehen…

Raketenschutzschild für Würzburg?

Kürzlich von einem unserer inoffiziellen Mitarbeiter entdeckt und enttarnt: 

Eine geheime unterirdische Raketenbasis nahe der Karmelitenstraße. Gut getarnt in bester »James Bond Manier« als »harmloser« Altglascontainer können von hier aus hochmoderne Lenkraketen zielgenau auf jegliche architektonische Bedrohung und Neuerung für das Würzburger Stadtbild  abgefeuert werden und diese in Sekundenschnelle eliminieren. Die »Käseglocke« des 21. Jahrhunderts hat in die Stadt Einzug gehalten. Wer sitzt am roten Knopf? Wir werden weiter berichten…

Barock rockt!

Foto: geheime Quelle

Würzburg, 01 April 2009 (mb)   Nachdem der ausgewählte Entwurf für die Neubebauung mit einem Wohn- und Geschäftshaus in der Spiegelstraße in Würzburg immer mehr öffentliche Kritik erntete, hat sich das St. Bruno-Werk entschlossen zu reagieren. Ein international renommierter Architekt wurde beauftragt, einen stadtbildverträglichen Alternativentwurf auszuarbeiten. Das Ergebnis ist auf dem Bild zu sehen, das LP10 aus geheimen Quellen zugespielt wurde. Der Arbeitstitel: Die St. Bruno Arcaden. Die Lösung sieht eine urbane Blockrandbebauung mit Ladenzone im Erdgeschoss und seniorengerechtem Wohnen in den Obergeschossen vor. Der bestehende historische Pavillon wird nicht nur integriert, sondern sogar multipliziert. Ein architektonischer Meistergriff: »Integrative Multiplikation«. Die Fassaden wurden bereits im Vorfeld mit dem Verschönerungsverein Würzburg abgestimmt. Dieser ist von der Idee begeistert und kann nun auch mit dem Verlust des Platzes und der Abholzung der Bäume leben.

Neues Café in der Zellerau

Foto: Matthias Braun

Minimalistisch präsentiert sich das neue Steh-Café an der Kupsch-Filiale in der Frankfurter Straße in Würzburg. Hier wurde wirklich auf jeden überflüssigen Schnickschnack verzichtet. Klare und einfache Formen dominieren, der gekonnte Einsatz der  Materialien Stahl und Plexiglas überzeugt und verleiht dem Bauwerk Leichtigkeit und Transparenz. Die Außenwand geht fließend in das Dach über – »liquid-architecture«, Zaha Hadid hätte es es nicht besser gekonnt!

Der Clou: Die Einrichtung ist mobil. Das erlaubt eine Vielzahl von Möblierungsvarianten. Bei Bedarf können die Einrichtungsgegenstände aber auch platzsparend zusammengeschoben werden (siehe Bild). Ein wertvoller architektonischer Beitrag zum Thema »Café«, der sich wohltuend vom sonstigen Einerlei abhebt. 

Öffnungszeiten: Mo-So 24h

Schöne Aussichten…

aus dem Handelsblatt:

Die Wirtschaftskrise schlägt auch bei den Freiberuflern in Deutschland voll durch. Der Bundesverband der Freien Berufe fürchtet, dass mittelfristig 400 000 Arbeitsplätze in Gefahr sind. Vor allem Architekten und Ingenieure stehen zunehmend ohne Aufträge da. Deshalb appelliert auch an Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich in der Krise nicht nur um Großunternehmen zu sorgen…

vollständiger Artikel: Freiberufler fürchten um 400 000 Jobs (bei Handelsblatt.com am 01.03.2009 veröffentlicht)»>Handelsblatt vom 01.03.2009

Doch die Bayerische Architektenkammer hat bereits reagiert:

Zeichnung: Matthias Braun

Ringpark in Gefahr!

Bei der ganzen Diskussion um den geplanten »Hochhaus«-Neubau in der Augustinerstraße und der damit drohenden Verschandelung der Stadtsilhouette darf niemals vergessen werden, dass von jeder Veränderung des Status-Quo in Würzburg stets auch eine Gefahr für den Ringpark ausgeht. Doch so weit wird es nicht kommen: die BI »Ringpark in Gefahr«, die Multi-Task-Force Würzburgs, wird einschreiten… 

Ringpark in Gefahr

Arcaden, Maulwürfe, Spaziergänger,

Borkenkäfer, Volleyballspieler, saurer Regen

Hochhäuser, Taschendiebe, Verteilerkästen,

Touristen, Hundekacke, Quellenverschmutzer,

Architekten, Freiluftgriller, Kioske,

Investoren, Außengastronomie, Bahnhöfe,

Finanzkrise, Spechte, Terroristen,

FH-Studenten, Kaninchen, Bodenbeläge,

Asteroiden, Hütchenspieler, Klimaerwärmung…

Ringpark in Gefahr

vvw-logik

Fotomontage: Diplom-Ingenieur, anonym

Es wird schon langsam schwierig, die innere Logik, die den Vorstellungen und Forderungen des Verschönerungsvereins Würzburg (VVW) zu Grunde liegt, nachzuvollziehen. Das alte Hochhaus dürfte stehen bleiben, obwohl es eigentlich auch zu hoch ist, ein Neubau sollte sich aber gefälligst an den Höhen der benachbarten Gebäude orientieren. Das soll noch einer verstehen. 

LP10 hat keine Kosten und Mühen gescheut und eine vierstellige Summe ausgegeben, um zu visualisieren, was der VVW vielleicht gemeint haben könnte:

Das verkürzte historische Hochhaus, angepasst an die vorhandenen Traufhöhen, mit silhouettenverträglichem Walmdach und optisch reizvoller Grünfassade …man gewöhnt sich ja langsam an den Anblick des Gerüstes. Ein Schmankerl für jeden Investor.

Online-Voting

O.K. ist nur ein Fake…

(Fotos: Mainpost)

»Die Würzburger Guillotine«

Zeichnung: Matthias Braun

Buchtipp: Kann Architektur die Welt verändern?

aus www.baunetz.de :

In seinem neuen Buch „Worauf wir bauen – Begegnungen mit Architekten“ spricht Hanno Rauterberg, Architekturkritiker im Feuilleton der „Zeit“, mit 20 verschiedenen Architekten der Gegenwart über ihre Motivation, ihre Träume, Ideale und Ängste. Das Buch möchte den Lesern zeigen, was für Menschen hinter den Projekten stecken und welche Verbindungen vielleicht zwischen den Persönlichkeiten und ihren Gebäuden bestehen. Es beschäftigt sich mit den Grundwerten des Bauens: Welchen Einfluss haben Architekten? Wie verändern ihre Entwürfe unser Leben? Wie prägend sind Häuser für das städtische Leben? Welche Formen sind angemessen? Was spricht gegen traditionalistisches Bauen? Wie verändert die digitale Moderne das Bauen?

Hanno Rauterberg: „Worauf wir bauen – Begegnungen mit Architekten“, Prestel Verlag, München 2008, Hardcover, 24,95 Euro, ISBN-10: 379134014X

Ich werde mir das Buch einmal ansehen. Vielleicht kann man es gut für die Architekturdebatten der  »Provinz auf Weltniveau“ nutzen.?!