Tag-Archiv für 'Modern'

Buchtipp: Treppe Fenster Klo – Die ungewöhnlichsten Häuser der Welt

Maison á Bordeaux, Rem Koolhaas

Hier ein Buchtipp nicht nur für Eltern, die ihren Kindern zeigen wollen, dass nicht alle Häuser Satteldächer haben müßen, sondern auch für Kunstgeschichtler, die etwas Nachhilfe in Moderner Architektur brauchen, aber vor allem auch für »erwachsene« Architekten, die vor lauter VOB, BayBO, BauGB und allen möglichen anderen DIN-Normen vergessen haben, was eigentlich die Architektur ausmacht. Die polnischen Graphiker Aleksandra Machowiak und Daniel Mizielinski haben 35 Häuser aus der ganzen Welt ausgesucht, selbst illustriert und in ihrem Wesen beschrieben. Unter anderem mit der Maison á Bordeaux von Rem Koolhaas, der Casa Poli von Pezo van Ellrichshausen, dem Curtian Wall House von Shigeru Ban oder dem R128 von Werner Sobek. Im März 2010 wurde das Buch auch mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis Luchs von Die Zeit und Radio Bremen ausgezeichnet.

»Treppe Fenster Klo«, 156 Seiten, 18 €, Moritzverlag

Olgiati Austellung in Flims (ch) – Vater und Sohn im gelben Haus

Bild: Wikipedia

Vom 13. Dezember 2009 bis 11. April 2010 findet im »gelben Haus« in Flims, im Schweizer Kanton Graubünden, eine Ausstellung über das Thema Leben und Werk von Rudolf und Valerio Olgiati statt.

Wer sich nun fragt, weshalb wir das in unseren Würzburger Architekturblog veröffentlichen, folgende Geschichte:

Der unterfränkische BDA veranstaltet jedes Jahr im November in der Residenz eine Art »offene Vorlesung« zu der ein überregional bekannter Architekt eingeladen wird, um uns seine Philosophie näher zu bringen. Dieses Jahr hatte Valerio Olgiati zugesagt. Die Residenz war gebucht und der Wein bereits kalt gestellt. Doch kurzfristig ca. eine Woche vorher ließ der große Meister von einem Mitarbeiter verkünden, dass der gebuchte Saal mit ca. 200 Personen zu klein wäre und dass der Vortrag nicht rechtzeitig und ausreichend im Internet beworben wurde und er deshalb nicht kommen kann.

Wenn man sich sein architektonisches Werk so anschaut und vor allem wie er das gelben Haus saniert hat, dann könnte ich mir allerdings auch vorstellen, dass er von den Aktivisten unserer ansässigen Bürgerinitiativen wie z.B. dem »Verschönerungsverein«, der »Heiner-Reitberger-Stiftung« und von »Ringpark in Gefahr« abgefangen und im Kerker auf der Festung eingesperrt wurde (wie einst Riemenschneider). Dort musste er bei Wasser und Brot eine Woche lang Bücher über Barock und Rokoko anschauen. Anschließend musste erst noch dem Beton und der »geraden Linie« abschwören bevor er wieder in die Schweiz heimreisen durfte.

Fernsehtipp auf Arte: Baukunst – Die neue Staffel

Seit dem 6. September bis zum 6. Dezember strahlt Arte eine Dokufilmreihe immer Sonntags zu unterschiedlichen Uhrzeiten aus. Die nächsten Themen sind:

• 27.09. 2009: Der deutsche Barcelona-Pavillon (Erstausstrahlung)
• 4.10. 2009: Die Sendai-Mediathek von Toyo Ito
• 11.10. 2009: Das SAS Royal Hotel (Erstausstrahlung)
• 25.10. 2009: Roissy 1 (Erstausstrahlung)
• 8.10. 2009: Die Moschee von Isfahan (Erstausstrahlung)
• 15.11. 2009: Das Schloss von Maisons-Lafitte (Erstausstrahlung)
• 29.11. 2009: Der Kongresspalast in Rom
• 06.12. 2009: Die Philharmonie Luxemburg (Erstausstrahlung)

konstantmodern

... ist der Titel einer Ausstellung die vom 25.09.2009 bis 30.10.2009 in der der Bayerischen Architektenkammer in München zu sehen sein wird. Als »Fünf Positionen zur Architektur« werden Projekte von Atelier 5, Gerhard Garstenauer, Johann Georg Gsteu, Rudolf Wäger und Werner Wirsing präsentiert. Mit Bauten die zwischen 1955 und 2010 errichtet wurden und werden, wird damit ein halbes Jhrhundert Architekturgeschichte dargestellt und Werke der Büros aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beleuchtet, die sich trotz Ihrer unterschiedlichen architektonischen Positionen alle durch eine Gemeinsamkeit auszeichnen: ihre konstant moderne Haltung, die sich nicht nur in den einzelnen Architekturprojekten ausdrückt, sondern vor allem in den dahinter liegenden »ethischen« Einstellungen.

So realisier(t)en die beleuchteten Büros nicht nur faszinierende Bauten, deren räumliche und konzeptionelle Qualitäten eine architektonische Zeitlosigkeit besitzen, sondern sie haben sich über ihre Profession hinaus immer auch für gesellschaftliche, soziale und für scheinbar »nichtarchitektonische« Themen engagiert. Mit  Engagement gegen den herrschenden Zeitgeist und  gedankenlos übernommene Traditionen, entwickel(te)n Sie grundlegende Gedanken der Moderne laufend weiter und versuch(t)en im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Entstehungsbedingungen von Architektur und darüber hinaus auch gesellschaftliche Verhältnisse und damit das Lebensumfeld von Menschen »neu« und nachhaltig zu gestalten.

Sollte also jemand demnächst nach München kommen lohnt sich vielleicht nicht nur ein Besuch des Oktoberfestes …

Via architekten 24.de – ausführlicher gibt es das ganze hier.

Gut geplant!

Bilder: M. Marrach

Das Gerüst des s. Oliver-Flagshipstores am Marktplatz wurde am Samstag abgebaut. Nun kann man sich bereits ein städtebauliches Bild des Neubaus von RKW machen. Wir finden ihn sehr gelungen und mal richtig »städtisch«. Besonders die Tatsache, dass sich speziell für die Freunde des »Würzburger Barock«,  die Zwiebeltürme oder die Kuppel des Neumünsters in den Glasflächen des »Monitors« wiederspiegeln. Eine gelungene Überlagerung zwischen Historisch und Modern.