Tag-Archiv für 'stadtbild'

Updating Würzburg

Heute Abend findet die Abschlussveranstaltung der 5. Architekturwoche des BDA (Bund Deutscher Architekten) in Würzburg statt. Thema des  heutigen Abends ist UMBRUCH: Architektur-Upgrade. Schauplatz ist das Areal des Alten Hafens Würzburg, das sukzessive zu einer Kulturmeile ausgebaut werden soll. Mit Kulturspeicher und Cinemaxx ist der Anfang gemacht, die Frankenhalle auf der gegenüberliegenden Seite der Veitshöchheimer Straße soll in eine multifunktionale Veranstaltungshalle umgeplant werden. Seit vier Jahren findet das einzigartige Musik- und Kulturfestival »Hafensommer« auf der der großen Freitreppe des umgebauten Heizkraftwerks mit einer schwimmenden Bühne im Hafenbecken statt (Beginn des Hafensommers 23. Juli!). Es passiert also was. Die Stadt verändert sich. Und genau das ist auch das Thema der Veranstaltung, die folgenden Ablauf hat:

PODIUMSDISKUSSION
17.00 – 18.30 Uhr Frankenhalle, Zugang Scanzonistraße
18.30 – 20.00 Uhr Treppe/Schwimmbühne Alter Hafen
20.00 – 22.00 Uhr Treppe/Schwimmbühne Alter Hafen

UMBRUCH:
Architektur-Upgrade:

Nur eine sich verändernde Stadt lebt. Hier wird gelebt, gearbeitet, gefeiert.
Wie meistert die gemauerte Stadt die sich ständig ändernde Gesellschaft?
Änderungen werden im besten Sinne demokratisch-kritisch begleitet:

  • Größe, Proportion, Wirkung: Ist dies verhandelbar?
  • Energie, Ökologie, Ökonomie: Was bedeutet dies im Weiterbauen der Stadt?
  • Abbruch.Umbruch.Aufbruch: Sind dies die Jahreszeiten von Stadt?

Die historische Frankenhalle wird zurzeit in eine multifunktionale Veranstaltungshalle umgeplant. Die bestehende Atmosphäre kann bei einer Exkursion in dem seit Jahrzehnten ruhenden Ort erfahren werden. Anschließend wird auf der Schwimmbühne des Hafensommers über Tendenzen in der Stadtentwicklung diskutiert. Danach endet die A5 mit einem Fest auf der Hafentreppe.

Podiumsdiskussion mit:

  • Dr. Wolfgang Bachmann, Chefredakteur Baumeister, München
  • Prof. Gerhard Matzig, Architekturkritiker, Süddeutsche Zeitung, München
  • Christian Baumgart, Stadtbaurat, Würzburg
  • Muchtar Al Ghusain, Kulturreferent, Würzburg
  • Prof. Friedrich von Borries, Architekt/Stadttheoretiker, Forschung, Gestaltung und gesellschaftliche Entwicklung, Hamburg
  • Herr Dipl.-Ing. Rainer Kriebel, Würzburg

Musik: kwmusic
www.kwmusic.de

LP10 TV-Tipp: Denk Mal Berlin – Wer baut die Stadt?

Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin Berlin    Bild: denkmalberlinfilm

Wer heute Abend nicht das Notwist-Konzert in der Posthalle besucht, der kann sich »alternativ« auf 3sat eine interessante Architektursendung anschauen:

Denk Mal Berlin – Wer baut die Stadt? Ein Film von Gabriela Neuhaus und Angelo Scudeletti

»Berlin erfindet sich stets neu. Was schließlich in Glas und Beton dasteht, ist das Resultat langer Prozesse. Seit März 2007 versucht die Schweizer Architektin Regula Lüscher, die deutsche Hauptstadt von morgen zu entwerfen. Als Senatsbaudirektorin von Berlin ist sie Teil des Kräftespiels zwischen den Interessen von Investoren, Politikern, Architekten sowie Bürgerinnen und Bürgern. Ihr stellen sich, wie zum Beispiel mit dem alten Flughafen Tempelhof, ganz konkret die aktuellen Fragen zur Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert: Was soll abgerissen werden, was erhalten? Was macht die Identität einer Stadt aus?
Gemeinsam mit der Berliner Stadtbaumeisterin Regula Lüscher nimmt der Film »Denk Mal Berlin« die Hauptstadt als städtebaulichen Fakt und als Zukunftsentwurf unter die Lupe. Er kreist um architektonische Brennpunkte in Berlin und auch Zürich, wo Regula Lüschers Stadtbaupolitik konkrete Ausgestaltungen erfahren hat, an denen sich ihre Thesen und ihr Standpunkt messen lassen.«

Sendetermin: Heute, 14. April, 21.05 Uhr, 3sat

Neue Stadtschönheitschirurgen in Würzburg

Als hätten wir nicht schon genug davon: Verschönerungspolizei (VVW Würzburg), das omniphobe Sammelbecken »Ringpark-in-Gefahr«, Heiner-Reitberger-Stiftung und der AK Denkmalschutz (Kummers »AK 47″)…nun droht dem »entstellten« Patienten Würzburg neues Heil: die Initiative »Stadtbild Würzburg« – Würzburgs neue Stadtschönheitschirurgen, Praxiseröffnung am 26. Januar in der Aula der ehemaligen Mozartschule, Sprechzeiten ab 19.00 Uhr.

Da ist Urban-Faceliftung der ganz besonderen Art angesagt. Mumifizierung des Würzburger Stadtkörpers bis in alle Ewigkeit, damit wir auch 2050 noch das Schönheitsideal der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts/-tausends bewundern können. Hier und da die Barock-Botox- Spritze angesetzt, die hässlichen modernen Architekturfettpölsterchen abgesaugt, mit dem Laser noch ein paar Ornamente auf Sichtbetonfassaden eingraviert, partielle Flachdachkorrekturen durch implantierte Satteldächer, Ringparkvergrößerung – zum Schluss das Ganze auf einheitliche Traufhöhe abgesäbelt und alles wird (bleibt) gut, so wie es schon immer gewesen ist. Würzburg – Forever Young! JA, ich will so bleiben wie ich bin – und  DU, DU DARFST nichts verändern.

Zum Glück ist für psychologische Betreuung durch die Sprecherin des neuen Bürgerforums gesorgt, denn solch heikle Eingriffe am Stadtkörper sind häufig mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Bleibt zu hoffen, dass nach der Operation »Stadtbild Würzburg« noch ein paar sichtbare hässliche moderne Architekturnarben zurückbleiben und es nicht heißt: Operation gelungen, Patient tot.

hier noch eine Literaturempfehlung zum Thema:

> »Alternate Reality« bei Würzblog

Das Ende der Postkarten-Trilogie

Montage: Matthias Braun

…und nun die letzte Karte der nicht ganz ernst gemeinten LP10-Postkartenserie. Auf Augenhöhe mit den Metropolen der Welt. Diesmal: Rio de Janeiro. Fußball-WM Stadt 2014, Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2016,  Copacabana (>Stadtstrand), Christusfigur (>eh schon getoppt mit mind. zehn Kirchtürmen in Würzburg), Karneval (>Fasching gibt`s hier auch) und Zuckerhut. Auch keine Konkurrenz: Würzburg hat den Pizzahut…damit ist das Kapitel »Würzburg – Provinz auf Weltniveau« für LP10 beendet.

Schönes Wochenende!

Ausstellung zur aktuellen Nachkriegsarchitektur-Diskussion

Modellfoto städtebauliche Planung Heuchelhof, Würzburg, 1975

Passend zur derzeitigen Debatte in Würzburg über den Nachkriegsstädtebau und die Nachkriegsarchitektur findet im Deutschen Architekturzentrum in Berlin eine Ausstellung des Bundes Deutscher Architekten zum Thema statt. Im Gegensatz zur Würzburger Diskussion, die sich auf die Architektur der 50er und teilweise 60er Jahre begrenzt, umfasst das Spektrum der Ausstellung auch die 70er und 80er Jahre. Ein sehr wichtiger Aspekt, wie ich meine, denn die Nachkriegsarchitektur kann man nicht auf einen gewissen Zeitabschnitt beschränken, wie es durch einige Institutionen hier in Würzburg gemacht wird, nur weil man anscheinend gewisse Vorlieben zu haben scheint. Für eine umfassende Betrachtung muss man auch die nachfolgenden Jahrzehnte in den Diskurs mit einbeziehen. Denn die Entwicklung geht bis in die Gegenwart weiter:

IN DER ZUKUNFT LEBEN

Die Prägung der Stadt durch den Nachkriegsstädtebau

»Städte sind immer im Wandel begriffen, sie repräsentieren in ihren urbanen Strukturen unterschiedliche Zeitschichten. Die Ausstellung IN DER ZUKUNFT LEBEN porträtiert Stadtsituationen, die charakteristisch für den Nachkriegsstädtebau in Ost und West sind. Bilddokumente, Interviews und Filme eröffnen einen Blick auf die ursprüngliche Planung sowie die Veränderungen bis heute und zeichnen die kulturelle Identität dieser städtischen Räume nach. Vorgestellt werden die Rheinstraße in Darmstadt und die Prager Straße in Dresden, die als innerstädtische Achsen die Stadtentwicklung prägen, die Großsiedlungsbauten in Halle-Neustadt und Bremen-Neue Vahr sowie Suhl im Thüringer Wald und Friedrichshafen am Bodensee als Beispiele für die Nachkriegsarchitektur in mittelgroßen Städten.«

Ausstellung im DAZ, Berlin

noch bis zum 22.11.2009, zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen

>zur DAZ Seite

P.S: Vielen Dank an Franziska für das Foto

LP10 im Radio

Am 02.11.2009 wird das Interview mit LP10 bei »a-palaver«-Architekturradio, das David Pasek mit uns in Wien geführt hat, zwischen von 13.00-14.00 live beim Wiener Sender Orange 94.0 ausgestrahlt. »Untermalt« wird die Sendung von Musik, die wir selber auswählen durften. Die Sendung ist sowohl als Livestream als auch als mp3/Stream zu hören (siehe Links unten!). Viel Spaß!

Auszug aus  der E-Mail Ankündigung von »a palaver«-Architekturradio:

»Zu Gast bei A palaver in Wien sind die Würzburger Architekten Matthias Braun und Manfred Ring: In Ihrem Alltag produzieren die beiden im Rahmen der Leistungsphasen 1-9 feine Bauwerke und wenn dann einmal der Feierabend beginnen könnte, haben sie gemeinsam mit anderen die Leistungsphase 10 erfunden um ehrenamtlich das öffentliche Klima und den Diskurs für anspruchsvolle Architektur zu schaffen. Neben einem Raum in der Stadt, den die Gruppe regelmäßig bespielt betätigt sich die die Gruppe auch im Web: Da die Aktionen originell, humorvoll und die Information fundiert sind, entwickelt sich der lp10 Weblog gerade zu einer Institution in und außerhalb Würzburgs.

Wir sprechen über Architekturvermittlung und Öffentlichkeit, Rahmenbedingungen für gute Architektur und deren eigene Tätigkeit.«

>Livestream bei Radio Orange 94.0, Wien

>Sendung als mp3/stream bei a palaver 

>a palaver architekturradio

P.S.: Vielen Dank an David Pasek für die Einladung nach Wien.

Kommission für Stadtbild und Architektur in Würzburg tritt heute in Kraft

Lange war die »KSA« für Würzburg angekündigt. Heute triff sie sich zum ersten mal. Zusammensetzen wird sie sich aus folgenden Personen:

Vorsitz (Oberbürgermeister): OB Rosenthal

Fachpersonen (Architekten): Ferdinand Stracke; Christiane Thalgott; Norbert Diezinger ; Rebecca Chestnutt; Bernhard Winking ;

Fachpersonen (Stadträte): Christian Baumgart; Muchtar Al-Ghusein

Sachpersonen (Stadträte): Thomas Schmitt; Wolfgang Scheller; Heinrich Jüstel; Karin Miethaner-Vent; Klaus Zeitler; Karl Graf; Charlotte Schloßereck; Josef Hofmann

Stadtheimatpfleger: Hans Steidle

Künstler: Ovis Wende

Kunsthistoriker: Thomas Gunzelmann

Wir sind mal gespannt in wieweit die »KSA« einerseits die Stadtentwicklung beeinflußen wird, und ob sie es andererseits hoffenlich schafft das Niveau der öffentlich geführte Architekturdiskussion zu heben.

Nachlese Podiumsdiskussion

Foto: J. Königer

Etwas an gewohnter »Schärfe« vermisste man fast schon bei der gestrigen Podiumsdiskussion im ehemaligen Mozart-Gymnasium zum Thema »Was wird aus dem Nachkriegs-Würzburg?«, wie obiges Foto zeigt. Die Veranstaltung hatte beinahe den Charakter von »Koalitionsverhandlungen« und man hätte den Eindruck gewinnen können, als habe es niemals großartige Differenzen bei den unterschiedlichen »Lagern« in der Betrachtungsweise und im Umgang mit der Stadt gegeben.

Aber vielleicht ist das auch gut so, nachdem sich die Lage in den letzten Monaten und Jahren zusehends »verschärft« hatte. Wenigstens sitzt man jetzt wieder gemeinsam an einem Tisch und spricht in einem vernünftigem Ton miteinander. Das ist das Positive, was man aus diesem Abend mitnehmen kann. Die Zukunft wird zeigen, ob es dabei bleiben wird oder ob es nur die Ruhe vor dem Sturm ist.

STROKE.01 – Urban Art Fair Munich

»Die Agentur HERR.KEUNER aus München präsentiert in Zusammenarbeit mit der Berliner Agentur “INTOXICATED DEMONS” und dem Münchner „Team from Hell“ das Kunst-Event des Jahres! Ende Oktober 2009 werden sich erstmalig in Europa, mehr als 15 internationale Galerien und Projekte aus dem Bereich der „Urban Contemporary Art“ gemeinsam auf der Messe STROKE.01 in München zur Schau stellen. Die STROKE.01 wird die erste internationale Messe für Urban Art in Europa.«

  • Wann: 29.10-31.10.2009
  • Wo: ehemalige BMW-Niederlassung in der Dachauer Straße 92, 80335 München
  • Eintrittspreise: 6 EUR Tagesticket / 10 EUR Tagesticket und Eröffnungsparty

> STROKE.01

Was wird aus dem Nachkriegs-Würzburg

Am 14.10.2009 findet um 20.15 Uhr eine Podiumsdiskussion in der Aula des ehemaligen Mozartgymnasiums in Würzburg statt. Mit dabei sind Vertreter aus den Bereichen Stadtplanung, Architektur, Kunstgeschichte und Denkmalpflege:

  • Dr. Rembrant Fiedler, Landesamt für Denkmalpflege

  • Christian Baumgart, Stadtbaurat der Stadt Würzburg

  • Dr. Hans Steidle, Stadtheimatpfleger

  • Professor Dr. Stefan Kummer, Kunstgeschichte, Universität Würzburg

  • Gabriele Scholder, Architekturbüro Stadt + Raum Würzburg

Die Diskussion wird von Eberhard Schellenberger, Bayer. Rundfunk, moderiert.

»Das Stadtbild des alten Würzburg ist unwiderbringlich verloren und ist nur bruchstückhaft in den geschützten Monumenten restauriert oder rekonstruiert. Das neue Stadtbild ist durch die verschiedenen Phasen der Nachkriegsarchitektur geprägt.
Im öffentlichen Diskurs war bislang der Vergleich mit dem »alten, untergegangenen Würzburg« vorrangig, oft mit einer negativen Wertung der heutigen Situation verbunden.
Andererseits ist die Wiederaufbauphase von 1945 bis 1965 wiederum Geschichte und die Architektur des Wiederaufbaues durch Umbauten und Neubauten in Frage gestellt.
Bislang gilt jedoch diese erste Phase konservativen und modernen Bauens in Würzburg nicht als schützenswertes Ensemble oder als zu erhaltendes Denkmal, selbst wenn die Objekte in die Denkmalliste eingetragen sind.
Die Diskussion soll das Bewusstsein für den vielschichtigen Baucharakter Würzburgs schärfen und zu einer Sensibilisierung im Umgang mit dem vorhandenen Stadtbild beitragen.«

Musikalischer Rahmen:
Mr. Clarino Matthias Ernst
Bernhard von der Goltz

Eintritt frei!

> Würzburger Veranstaltungskalender