Als hätten wir nicht schon genug davon: Verschönerungspolizei (VVW Würzburg), das omniphobe Sammelbecken »Ringpark-in-Gefahr«, Heiner-Reitberger-Stiftung und der AK Denkmalschutz (Kummers »AK 47″)…nun droht dem »entstellten« Patienten Würzburg neues Heil: die Initiative »Stadtbild Würzburg« – Würzburgs neue Stadtschönheitschirurgen, Praxiseröffnung am 26. Januar in der Aula der ehemaligen Mozartschule, Sprechzeiten ab 19.00 Uhr.
Da ist Urban-Faceliftung der ganz besonderen Art angesagt. Mumifizierung des Würzburger Stadtkörpers bis in alle Ewigkeit, damit wir auch 2050 noch das Schönheitsideal der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts/-tausends bewundern können. Hier und da die Barock-Botox- Spritze angesetzt, die hässlichen modernen Architekturfettpölsterchen abgesaugt, mit dem Laser noch ein paar Ornamente auf Sichtbetonfassaden eingraviert, partielle Flachdachkorrekturen durch implantierte Satteldächer, Ringparkvergrößerung – zum Schluss das Ganze auf einheitliche Traufhöhe abgesäbelt und alles wird (bleibt) gut, so wie es schon immer gewesen ist. Würzburg – Forever Young! JA, ich will so bleiben wie ich bin – und DU, DU DARFST nichts verändern.
Zum Glück ist für psychologische Betreuung durch die Sprecherin des neuen Bürgerforums gesorgt, denn solch heikle Eingriffe am Stadtkörper sind häufig mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Bleibt zu hoffen, dass nach der Operation »Stadtbild Würzburg« noch ein paar sichtbare hässliche moderne Architekturnarben zurückbleiben und es nicht heißt: Operation gelungen, Patient tot.
hier noch eine Literaturempfehlung zum Thema:
> »Alternate Reality« bei Würzblog
Am Freitag, den 22.01.2010, wird bei TV Touring ab 18.15 Uhr eine Diskussionssendung zum Thema »Straßenbahnlinie 6″ ausgestrahlt. Eingeladen sind Oberbürgermeister Georg Rosenthal, Stefan Kummer vom Verschönerungsverein Würzburg und der Geschäftsführer der WVV, Werner Schäfer. Moderator ist Norbert Hufgard. Das verspricht eine interessante Sendung zu werden…
»Nach langem Hin und Her scheint der Verlauf der neuen Straßenbahnlinie festzustehen, doch auch jetzt sind noch Fragen ungeklärt. In Zeiten der Wirtschaftskrise sind die Stadtkassen leer, wie steht es also mit der Finanzierung der Linie 6 und wann wird sich die neue Straßenbahn rechnen? Wie sieht die Zukunft des Rennwegs aus, soll er für Autos gesperrt werden und welche Auswirkung hätte das auf den Stadtverkehr? Und dann ist da noch die UNESCO und der Titel des Weltkulturerbes für die Würzburger Residenz?«
> TV Touring »Linie 6 – Die Diskussion«

Sensation zu Jahresbeginn: U6 statt Straba 6 – Würzburg goes Underground!
Nachdem sich für die Probleme bei der Trassenführung der geplanten Straßenbahnlinie 6 keine Lösung abzuzeichnen schien, besann man sich bei den Verantwortlichen und entwickelte in einer Klausurtagung zwischen den Jahren ein atemberaubendes Konzept auf Weltniveau, das jetzt exklusiv LP10 vorliegt.
In Anbetracht der Tatsache, dass UNESCO, Verschönerungsverein und die BI »Ringpark in Gefahr« mit keiner der angedachten Trassenvarianten der Linie 6 im Bereich der Residenz Würzburg zufrieden waren (Hauptkritikpunkt: die Oberleitungen) und schon der Weltkulturerbe-Status zu wackeln schien, musste ein völlig neuer Lösungsansatz her. Ein Blick über den Tellerrand, wie andere Großstädte mit dieser Frage umgehen, machte schnell klar: Wenn`s über der Erde nicht stadtbildverträglich funktioniert, dann eben unter der Erde. Würzburg braucht eine U-Bahn!
Dank Konjunkturpaket 2 steht nun auch der Finanzierung des ehrgeizigen Projekts nichts mehr im Wege. Im ersten Teilabschnitt soll bis 2014 die Kernstadt durch die U6 erschlossen werden. Geplant sind drei Stationen: Juliuspromenade, Plattnerstraße/Dom sowie Residenz/Hofkeller (siehe Grafik). In einem zweiten Abschnitt werden dann Bahnhof und Hubland bis 2018 an das Streckennetz angeschlossen. Auch der Tourismusverband begrüßte das Konzept. In welcher anderen Stadt kommt man als Besucher und Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel schon so direkt mit den Schätzen der Region in Kontakt wie zum Beispiel bei der Station Residenz/Hofkeller.
U6 – Würzburg erfahren.

Grafik: Matthias Braun
Am Mittwoch, den 25.11.2009, findet um 19.30 Uhr im Rahmen der »Stadtgespräche« eine Diskussionsrunde zur geplanten Straßenbahnlinie 6 statt:
»Residenz-Passage, Schwarze Promenade, Ringpark – Die Trassenführung der geplanten neuen Straßenbahnlinie 6 wirft viele Fragen auf. Diese und andere Aspekte wird das Stadtgespräch aufgreifen. Mit dabei sind: Thomas Schäfer (WVV), Heiko Brückner (Regierung von Unterfranken), Stefan Kummer (Verschönerungsverein) und der Straßenbahn-Experte Thomas Naumann (früher Verkehrsministerium). Die Moderation hat Andreas Jungbauer von der Main-Post-Lokalredaktion.«
Veranstaltungsort: Saalbau Luisengarten, Martin-Luther-Str. 1, Würzburg
Veranstalter: Schröder Haus Würzburg und MAIN-POST
Der Eintritt ist frei!
Auch LP10 hat sich bereits mehrfach des Themas angenommen:
>Die neue Linie 6
>Strabalinie 6 vs. Residenz Würzburg
>LGS 2016 in Bayreuth

Foto: J. Königer
Etwas an gewohnter »Schärfe« vermisste man fast schon bei der gestrigen Podiumsdiskussion im ehemaligen Mozart-Gymnasium zum Thema »Was wird aus dem Nachkriegs-Würzburg?«, wie obiges Foto zeigt. Die Veranstaltung hatte beinahe den Charakter von »Koalitionsverhandlungen« und man hätte den Eindruck gewinnen können, als habe es niemals großartige Differenzen bei den unterschiedlichen »Lagern« in der Betrachtungsweise und im Umgang mit der Stadt gegeben.
Aber vielleicht ist das auch gut so, nachdem sich die Lage in den letzten Monaten und Jahren zusehends »verschärft« hatte. Wenigstens sitzt man jetzt wieder gemeinsam an einem Tisch und spricht in einem vernünftigem Ton miteinander. Das ist das Positive, was man aus diesem Abend mitnehmen kann. Die Zukunft wird zeigen, ob es dabei bleiben wird oder ob es nur die Ruhe vor dem Sturm ist.
Am 14.10.2009 findet um 20.15 Uhr eine Podiumsdiskussion in der Aula des ehemaligen Mozartgymnasiums in Würzburg statt. Mit dabei sind Vertreter aus den Bereichen Stadtplanung, Architektur, Kunstgeschichte und Denkmalpflege:
- Dr. Rembrant Fiedler, Landesamt für Denkmalpflege
- Christian Baumgart, Stadtbaurat der Stadt Würzburg
- Dr. Hans Steidle, Stadtheimatpfleger
- Professor Dr. Stefan Kummer, Kunstgeschichte, Universität Würzburg
- Gabriele Scholder, Architekturbüro Stadt + Raum Würzburg
Die Diskussion wird von Eberhard Schellenberger, Bayer. Rundfunk, moderiert.
»Das Stadtbild des alten Würzburg ist unwiderbringlich verloren und ist nur bruchstückhaft in den geschützten Monumenten restauriert oder rekonstruiert. Das neue Stadtbild ist durch die verschiedenen Phasen der Nachkriegsarchitektur geprägt.
Im öffentlichen Diskurs war bislang der Vergleich mit dem »alten, untergegangenen Würzburg« vorrangig, oft mit einer negativen Wertung der heutigen Situation verbunden.
Andererseits ist die Wiederaufbauphase von 1945 bis 1965 wiederum Geschichte und die Architektur des Wiederaufbaues durch Umbauten und Neubauten in Frage gestellt.
Bislang gilt jedoch diese erste Phase konservativen und modernen Bauens in Würzburg nicht als schützenswertes Ensemble oder als zu erhaltendes Denkmal, selbst wenn die Objekte in die Denkmalliste eingetragen sind.
Die Diskussion soll das Bewusstsein für den vielschichtigen Baucharakter Würzburgs schärfen und zu einer Sensibilisierung im Umgang mit dem vorhandenen Stadtbild beitragen.«
Musikalischer Rahmen:
Mr. Clarino Matthias Ernst
Bernhard von der Goltz
Eintritt frei!
> Würzburger Veranstaltungskalender
NEWS: Das Bernhard-Nocht-Quartier stoppen: St. Pauli muss bezahlbar bleiben – für alle!
In HH bahnt sich Widerstand an! Seit einigen Tagen schon im Bernhard-Nocht-Quartier, seit dem Wochenende auch im Gängeviertel (siehe Zeitungsartikel).
Demnächst gibt’s einige Veranstaltungen, wer interesse hat, ich könnte auch Kontakt zu den Künstlern & Bewohnern herstellen.

»LP10Blog am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen«
M.B.

illegale »Flowerracks« verunstalten die Innenstadt und behindern Fußgänger
Photo: Matthias Braun
Jetzt ist es auch hier soweit: Großstädtische Unsitten wie das so genannte »Guerilla Gardening«, initiiert von anarchistischen Bewegungen, die das Hoheitsgebiet des urbanen öffentlichen Raums nicht respektieren wollen, breiten sich in unserer Innenstadt aus – eine beispiellose Attacke auf das Stadtbild!
Erschreckend ist die Tatsache, dass dieser Terror im Fall Würzburg ganz neue Dimensionen angenommen hat. Bisher begnügten sich »Guerilleroes« in Metropolen wie Berlin, London oder New York damit, »Seedbombs« auf öffentlichen Grünflächen auszustreuen. In Würzburg kamen erstmals eigens angefertigte Stahlgerüstkonstruktionen zum Einsatz, die als Träger für geschmacklose Blumenkombinationen dienen: »Flowerracks« – die neue Bedrohung. Die Handschrift lässt auf eine außerordentlich hohe Professionalität der Täterschaft schließen. Abgesehen davon, dass die »Blumenpoller« das ästhetische Empfinden empfindlich stören, stellen diese illegalen Anpflanzungen auch ein erhebliches Gefahrenpotential für den Fußgängerverkehr dar. Mehrere Passanten erlitten schon Verletzungen bei der Kollision mit den besagten Konstrukten, die die Laufwege auf Gehwegen und im Fußgängerzonenbereich blockieren.
Wer steckt hinter dieser Aktion: Der Verschönerungsverein oder die BI »Ringpark in Gefahr«? LP10 ermittelt. Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, ist als Belohnung eine Freikarte für den Besuch des Würzburger Residenzgartens ausgesetzt.
Dass es auch stadtverträglicher geht, hat LP10 schon hier aufgezeigt…

Manfred Ring, Moderator Andi Poll und Matthias Braun im Gespräch am Südwild-Bus
Für Alle, die zu bequem sind, sich die ganze Südwild-Sendung vom 16.06.2009 anzuschauen, gibt`s hier den LP10 Film und das Interview in der Kompaktversion.
Vielen Dank nochmals an Eric Asch, Ralf Thees und das ganze Südwild-Team.
>>> lp10-bei-südwild (Film)
P.S.: Als Schmankerl gibt es hier noch Original-Filmrequisiten (das legendäre Planmaterial…) zum Download:
Barock rockt! (Szene Spiegelstraße)
Autarker Stadtbauernhof (Szene Hotelturm)
sehr kultig ist auch der TV-Programmhinweis bei Bild.de:
>Bild.de
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